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Narren erobern Rathaus
Narren nehmen Heusweiler Rathaus ein

Die Kapitulation ist dem Heusweiler Bürgermeister Thomas Redelbeger (Bildmitte) beim Rathaussturm nicht schwer gefallen. Bei solcher Frauenpower gab‘s kein Halten mehr, von links: Silke Kessler, Redelbergers Frau Désirée Becker sowie die Prinzessinnen Sarah I. und Louisa I.
Die Kapitulation ist dem Heusweiler Bürgermeister Thomas Redelbeger (Bildmitte) beim Rathaussturm nicht schwer gefallen. Bei solcher Frauenpower gab‘s kein Halten mehr, von links: Silke Kessler, Redelbergers Frau Désirée Becker sowie die Prinzessinnen Sarah I. und Louisa I. FOTO: Andreas Engel
Heusweiler. Bürgermeister Thomas Redelberger ist abgesetzt. Am Fetten Donnerstag stürmten die Narren seinen Amtssitz. Von Andreas Engel

Die vereinigte Narrenschar aus Heusweiler und Umgebung – auch der Riegelsberger Bürgermeister Klaus Häusle wurde gesichtet und trotz Tarnung erkannt – hatte beim Heusweiler Rathaussturm am Fetten Donnerstag einiges zu erdulden. Nein, das Wetter war’s nicht, das war gut, es regnete mal nicht. Die Menschen hatten mit einem wahren Süßigkeitenregen zu kämpfen, den Feuerwehrleute verursachten. Die sonst eigentlich friedlich gesinnten Retter bombardierten die Narren mit Popcorntüten, Bonbons, Gummibärchen und anderem süßen Zeug, dass so mancher seinen Schirm aufspannte.


Zwischendurch ballerten die Schützen aus Heusweiler und Eiweiler drei Salven, dass einem bald die Ohren abfielen. Das focht den Verwaltungschef nicht an, der in diesem Jahr als Meeresgott Poseidon zusammen mit Gemahlin Amphitrite und seinen getreuen Rathausdienern das „Schlafhaus“ zu verteidigen versuchte. Vergebens. Der Charmeoffensive des Prinzenpaares des Jahres aus Kutzhof, Marcel II. und Louisa I., und ihren Heusweiler Kollegen Prinzessin Sarah I. und Prinz Björn II. hatte die Rathausbesatzung nichts entgegenzusetzen. Mit Mussig (die Dorfdudler aus Bubach) und scharfen Waffen wollten die Narren den Durchbruch schaffen. Die verbalen Rückzugsgefechte von Redelberger und seinen letzten Getreuen wurden schwach und schwächer. „Ich saan’s eich gleich, mir duhn nit weiche, ihr kinne iwwerhaupt grad gar nix erreiche“, rief er, um kurz danach die Waffen zu strecken und zu erkennen: „Die mache ernschd, ich will nix riskiere, die wärre hie alles demoliere, der Wiederaufbau kummt zu deier.“