Kein Platz in der Ganztagsschule: Nachmittagsbetreuung als „Wanderzirkus“

Kein Platz in der Ganztagsschule : Nachmittagsbetreuung als „Wanderzirkus“

Für die „Ganztagskinder“ an der Holzer Grundschule wird es eng, Ortsrat und ABG wünschen sich eine Erweiterung.

Die Nachmittagsbetreuung in der Holzer Grundschule ist an ihre Grenzen gestoßen. 94 Grundschüler – Tendenz steigend – nehmen derzeit an der von der ABG organisierten Nachmittagsbetreuung teil. Der den Kindern zur Verfügung stehende Platz ist völlig ausgereizt, dabei soll die Nachmittagsbetreuung in Holz sogar für 120 Regelplätze ausgelegt sein. „Das gibt das Gelände aber nicht her. Es muss eine große Lösung gefunden werden“, sagte deshalb die ABG-Geschäftsführerin Kerstin Halladin im Holzer Ortsrat.

Der Rat hatte Halladin als Leiterin der Ausbildungs- und Beschäftigungs-Förderungsgesellschaft der Gemeinden Heusweiler und Riegelsberg (ABG)  eingeladen, damit sie die Probleme der Nachmittagsbetreuung in Holz benennen konnte. Wie Halladin ausführte, kümmert sich die ABG seit dem Jahr 2000 in Holz um die Nachmittagsbetreuung. Damals nahmen etwa erst 15 bis 20 Kinder das Angebot wahr und wurden in einem Klassenraum der Grundschule betreut.

„Seit ein paar Jahren aber haben wir einen sehr starken Anstieg“, sagte Halladin. Deshalb wurde bereits im Jahr 2006 die ehemalige Hausmeisterwohnung umgebaut und erweitert, damit die Kinder dort betreut werden konnten. „Heute muss man sagen, dass die Räumlichkeiten damals schon zu klein ausgebaut worden sind, denn Holz musste durch das Zusammenlegen der drei Grundschulen von Holz, Kutzhof und Wahlschied auch Kinder aus diesen Nachbarorten aufnehmen“, so Halladin. Das habe zur Folge, dass die Erzieherinnen der ABG ständig mit den Kindern in gerade nicht genutzte Räume umziehen und diese „umrüsten“ müssen. „Wir mutieren allmählich zu einem Wanderverein“, kritisierte Halladin. Sie wies auch darauf hin, dass die Belastungen für die Kinder sehr hoch sind. Nicht nur, weil alles zu eng und zu klein ist und die Kinder ständig umziehen müssen, sondern weil der Geräuschpegel bei 94 Kindern immens hoch ist und es kaum Ruhemöglichkeiten für die Kinder gibt.

Da in Holz derzeit ein kleines Neubaugebiet am Westfeld entsteht und weitere Neubauten in der oberen Blumenstraße geplant sind, werden sich die Kinderzahlen in den nächsten Jahren womöglich noch deutlich erhöhen. Und Halladin betonte: „Kinder, die in der Holzer Kindertagesstätte ganztags betreut werden, werden ab dem ersten Schuljahr nicht plötzlich nur noch halbtags in die Schule gehen.“ Deshalb sei man sich mit der Gemeindeverwaltung einig, dass bei der Nachmittagsbetreuung an der Grundschule dringend etwas passieren müsse.

Kerstin Halladin. Foto: Monika Jungfleisch

Kerstin Halladin hat auch eine Idee: Vor der Hausmeisterwohnung könnte ein etwa 50 Quadratmeter großer Anbau entstehen. Der Ortsrat sagte der ABG seine Hilfe zu. So erklärte Ortsvorsteher Jan Paul (SPD): „Es muss kurzfristig etwas getan werden, um eine praktikable Lösung zu finden.“ Auch Helmut Groß (CDU) betonte: „Die Dringlichkeit ist erkannt, wir werden das auch unterstützen.“ Deshalb fordert der Ortsrat den Heusweiler Gemeinderat auf, entsprechende Gelder in den nächsten Haushalt einzustellen, die dann für eine Erweiterung der Nachmittagsbetreuung an der Grundschule eingesetzt werden sollen.