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Heusweiler Neujahrskonzert
Mit Musik statt mit Worten ins neue Jahr

Heusweiler. Im Gegensatz zu vielen anderen Kommunen beginnt die Gemeinde Heusweiler das neue Jahr nicht mit einem Empfang, sondern mit einem zweieinhalbstündigen Konzert. – Und das kam gut an, auch wenn Kabarettist Detlev Schönauer auf der Bühne vermisst wurde. Von Fredy Dittgen

Im Gegensatz zu vielen anderen Kommunen beginnt die Gemeinde Heusweiler das neue Jahr nicht mit einem Empfang, sondern mit einem zweieinhalbstündigen Konzert. Statt langer Reden mit Rück- und Ausblicken wird anspruchsvolle, klassische Musik geboten. Auch Bürgermeister Thomas Redelberger verzichtet auf Grußworte. Gegenüber der Saarbrücker Zeitung erklärte er: „Die Leute wollen Musik hören und nicht mich. Das Neujahrskonzert ist seit Jahren ein echtes Highlight.“ – Diesmal füllten gut 200 Zuhörer die Kulturhalle zu fast zwei Dritteln.


Für die Musik sorgen seit sieben Jahren das von Götz Hartmann geleitete Saarbrücker Symphonieorchester Saar-Lorraine und die in Kaiserslautern lebende Mezzosopranistin Antonietta Jana, die diesmal auch als Moderatorin fungierte.

Antonietta Jana singt seit 1985 Konzerte und Liederabende im In- und Ausland, legte 1992 ihre Opernreifeprüfung in Frankfurt ab und trat seitdem schon in mehreren Opernhäusern auf.

In den vergangenen Jahren hatte sich der in Riegelsberg wohnende Kabarettist Detlev Schönauer („Jacques' Bistro“) um die Moderation gekümmert – warum diesmal nicht? Dazu Manager Thilo Wieske: „Wir wollten jetzt, nach mehreren Jahren, mal einen Wechsel in der Moderation machen.“

Zum Programm gehörten Opernarien, Melodien und Humoresken aus Operetten sowie Märsche und Polken. Viel Beifall gab es für das Vorspiel aus der Oper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck, für Melodien aus der Operette „Wiener Blut“ von Johann Strauß oder für die „Petersburger Schlittenfahrt“.



Höhepunkte waren Werke, in denen Antoniette Jana von Solisten unterstützt wurde. So begeisterte Monika Bagbonaite mit ihrer Bratsche in der Romanze des Ännchens aus der Oper „Der Freischütz“ von Karl-Maria von Weber. Jochen Clemens löste laute „Bravo“-Rufe mit seinem Solo aus dem Trompetenkonzert in S-Dur von Johann Nepomuk Hummel aus und Julia Neumann brillierte mit einem Violinensolo aus der Operette „Orpheus in der Unterwelt“ von Jacques Offenbach.

Humorvoll und mit kleinen Anekdoten gespickt informierte Antonietta Jana das Publikum über die Komponisten und Inhalte der gespielten Werke. Am Ende gab es „Zugabe“-Rufe und tosenden Beifall. Interessant war aber auch ein kleines Pausengespräch einer Zuschauergruppe: „Ein sehr schönes Programm, das gefällt mir richtig gut“, meinte ein Herr. Ein anderer ergänzte: „Ja, aber die Halle schluckt viel von der Akustik“, während eine Dame einwarf: „Die Sopranistin hat immer so dolle Kleider an.“ Allgemeiner Tenor der Gruppe war jedoch: Wenn der Schönauer moderiert hätte, wäre die Halle voll gewesen.