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Mobilität im Alter
Mit dem Rollator die Kurve nehmen

Beim Mobilitätstag in Heusweiler trainierte Angelika Leinenbach bei Frank Malter den Umgang mit dem Rolllator.
Beim Mobilitätstag in Heusweiler trainierte Angelika Leinenbach bei Frank Malter den Umgang mit dem Rolllator. FOTO: Merkel Carolin / Carolin Merkel
Heusweiler. Veranstaltung rund um die Heusweiler Kulturhalle befasste sich mit dem Thema „Mobilität im Alter“.

(cim) Über mangelndes Interesse konnte sich Frank Malter mit seinem Übungsparcours gleich neben der Kulturhalle in Heusweiler nicht beklagen. Die Rollator-Modelle zogen viele Schaulustige an, und so mancher nutzte die Gelegenheit, die Gehhilfe unter fachkundiger Anleitung zu testen. „Ich habe vergangene Woche meinen eigenen Rollator bekommen, traue mich aber noch nicht so richtig, ihn zu benutzen“, erzählte Angelika Leinenbach aus Heusweiler.


Mit Malter wurde die 77 Jahre alte Seniorin immer mutiger, Kurven und sogar eine Treppenstufe trainierte sie. Beobachtet wurde sie dabei von ihrem Mann Volker. Er war ebenfalls von dem Angebot mitten in Heusweiler begeistert. Unter dem Motto „Mobilität im Alter – öffentlicher Raum“ hatte sich das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie die Gemeinde Heusweiler als Veranstaltungsort, aber auch als einen der zahlreichen Partner für diesen Tag ausgesucht.

Er habe keinen Moment gezögert, als er gefragt wurde, ob die Veranstaltung in seiner Gemeinde über die Bühne gehen könne, betonte Bürgermeister Thomas Redelberger (CDU). Der 51-Jährige ist aktuell das jüngste Mitglied im saarländischen Seniorenbeirat. „Mir liegt das Wohlergehen der Senioren am Herzen“, sagte er. Die stellen, hatte er nachgeschaut, rund ein Drittel der Bevölkerung in Heusweiler dar, 6310 Menschen über 60 Jahre wohnen in der Gemeinde. Viele, das weiß er aus den Besuchen bei Geburtstagen und Jubiläumspaaren, seien auch noch im hohen Alter richtig fit und wollen am Leben teilhaben.



Dazu, das betonte Mathias Gessner vom Ministerium gleich zu Beginn der Moderation, gehöre vor allem die Mobilität. „Für uns alle ist es selbstverständlich, mobil zu sein. Doch es gibt auch Menschen, die brauchen Unterstützung. Wir wollen heute den Besuchern aufzeigen, dass es viele Möglichkeiten gibt, um von A nach B zu kommen“, fasste er das Ziel in einen Satz zusammen. Rund 50 Zuhörer waren bereits am Morgen in die Kulturhalle gekommen und wollten sich in Vorträgen und einer Diskussionsrunde informieren. „Wenn wir vom Alter reden, dürfen wir nicht nur von Krankheit und Pflege reden. Denn das ist meist nicht der Fall. Vielmehr sind es gewonnene Jahre, in denen die Menschen mobil sein wollen“, betonte Ministerin Monika Bachmann in ihrem Grußwort.

Sie warnte vor der schlimmsten Erkrankung: der Vereinsamung. „Wir müssen uns um diese Menschen kümmern, müssen erreichen, dass sie mobil bleiben“, sagte sie. Sich kümmern, das wollte am Donnerstag auch Heike Hector aus Ensdorf. Auch sie probierte den Rollator aus, nicht für sich, sondern für ihren Vater. „Der wollte nicht mitkommen, fühlt sich nicht alt“, erklärte sie. Darum war sie nach Heusweiler gekommen, informierte sich über Fahrdienste und weitere Möglichkeiten, wie sie ihren Vater unterstützen kann.

In der Diskussionsrunde ging es vor allem um das Thema Autofahren im Alter. Einigkeit herrschte unter den Podiumsgästen darüber, dass sich im öffentlichen Personennahverkehr etwas tun muss, auch die Preise attraktiver gestaltet werden müssen. Wichtige Informationen hatte Katharina Meßner-Schalk von mobisaar mitgebracht. Der Anbieter ist kostenlos in Bussen und Saarbahn im Landkreis Neunkirchen, im Saarpfalz Kreis und im Regionalverband Saarbrücken aktiv, will sein Angebot aber saarlandweit ausbauen. Zudem wurden E-Bikes und elektrische Rollstühle vorgestellt.

(cim)