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Wenn 40 Tonnen am Haken baumeln.: Millimeterarbeit beim Schacht-Einbau in Eiweiler

Wenn 40 Tonnen am Haken baumeln. : Millimeterarbeit beim Schacht-Einbau in Eiweiler

Bei Kanalarbeiten in der Großwaldstraße wurde gestern ein Schacht von 40 Tonnen gesetzt.

. Wenn 40 Tonnen am Kranausleger baumeln, dann ist Maßarbeit gefragt: Bei der Erneuerung des Abwasserkanals in der Eiweiler Großwaldstraße im Auftrag des Zweckverbands Kommunale Entsorgung-Heusweiler (ZKE) musste der alte Betonschacht gegenüber der Schule ausgetauscht werden. Das neue, 40 Tonnen schwere Betonteil wurde von einem Spezialkran in den schon ausgehobenen Schacht gehievt.

Das ungewöhnliche „Werkstück“ war am Donnerstagmorgen mit einem Schwertransporter gebracht worden. Wegen der engen Straße im Baustellenbereich konnte das zusätzlich benötigte Kranfahrzeug aber nicht unmittelbar neben dem Tieflader stehen, so dass der Kran aus einigen Metern Abstand „zugreifen“ und der Kranfahrer sowie die Mitarbeiter der Firma Dittgen beim Abheben und Setzen Millimeterarbeit leisten mussten. Eine an der Baustelle vorbeiführende Stromleitung sorgte zusätzlich für beengte Verhältnisse. Doch nachdem der Fahrer die Position des Kranfahrzeugs nochmal etwas verändert hatte, klappte es: Der Sammler konnte über die vorbereitete Grube gehoben werden. Arbeiter dirigierten das große Betonteil mit den Händen und Stangen so, dass er auf den Punkt genau an seiner vorgesehenen Stelle in vier Meter Tiefe aufsetzte.

Laut ZKE-Geschäftsführer Wolfgang Karges kommt es in der Großwaldstraße wegen der Baumaßnahme noch bis Ende November zu Verkehrsbehinderungen.

Schon der Transport eines so schweren Bauteils ist eine logistische Spezialaufgabe. Bei „normalen“ Sattelschlepper-Fahrten ist das zulässige Gesamtgewicht (einschließlich Fahrzeug) von der Zahl der Achsen abhängig, bei Vierachsern kann das Gesamtgewicht, je nach Anordnung der Achsen, bis zu 38 Tonnen betragen, bei  Fünf- oder Sechs-Achsern im „kombinierten Verkehr“ (wenn zum Beispiel schwere Container von Schiffen oder Güterzügen abgeholt werden) bis zu 44 Tonnen.

Ganz schön eng: Präzisionsarbeit war gestern beim Entladen des Sattelschleppers in Eiweiler gefragt. Foto: Fred Kiefer

Die Ausnahmeregelungen im Schwertransport erlauben bis zu 20 Tonnen je Achse bei Tief- oder Flachbett-Aufliegern mit Achtfach-Bereifung pro Achse (bei Vierfach-Bereifung nur zwölf Tonnen). Genau genommen wird in Deutschland unterschieden nach „Großraumtransporten“ (nur die Größe des Transportgutes fällt aus dem Rahmen), „Schwertransporten“ (nur übermäßiges Gewicht) „Großraum- und Schwertransporten“ und „Langtransporten“ (Güter mit über 20 Meter Länge). Für solche Transporte bedarf es Sondergenehmigungen. Ein auf Schwertransporte spezialisiertes Unternehmen kann eine Jahres-Genehmigung beantragen, mit der dann folgende Maximal-Maße erlaubt sind: Länge bis 23 Meter, Breite bis drei Meter, Höhe bis vier Meter und Gewicht bis 41,8 Tonnen. Was darüber hinaus geht, bedarf auch für Spezialunternehmen einer Sondergenehmigung.