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Köllertaler haben das Wort
Menschen brauchen Bibliotheken

Köllertal. Büchereien sind wichtig, man kann auf sie nicht verzichten: Das meint die Mehrheit der SZ-Leserinnen und -Leser, die bei unserer – nicht repräsentativen – Online-Umfrage zum Thema mitgemacht haben. Von Michael Emmerich

Ist Bücher-Lesen eine Sache von gestern? Könnten wir uns im digitalen Zeitalter nicht verabschieden von Bibliotheken, wie wir sie kennen? Nein, auf keinen Fall, meinen die Leserinnen und Leser der SZ, die sich an einer Online-Umfrage zum Thema beteiligt haben. Diese Blitz-Umfrage ist zwar nicht repräsentativ – doch bei den Antworten gab es so verblüffend klare Mehrheiten, dass man getrost von einem ernst zu nehmenden Stimmungsbild ausgehen darf.


„Wie wichtig sind Ihrer Meinung nach Bibliotheken?“, wollten wir wissen. Fast drei Viertel der Teilnehmer, nämlich 73 Prozent (58 Teilnehmer), entschieden sich für die Antwort „sehr wichtig“. 24 Prozent (19 Teilnehmer) betrachten Büchereien als „eher unwichtig“, drei Prozent (zwei Teilnehmer) finden sie „völlig unwichtig“.

Noch deutlicher fiel die Mehrheit aus auf die Frage, ob man auf Bibliotheken ganz verzichten könnte. Nein, kann man nicht, meinen 89 Prozent (70 Umfrage-Teilnehmer). Ja, es geht auch ohne Büchereien, erklären fünf Prozent (vier Teilnehmer), sechs Prozent (fünf Teilnehmer) mögen sich nicht entscheiden – sie haben „weiß nicht“ angeklickt.

Da wundert es nicht, dass auch die öffentliche Finanzierung von Büchereien Zustimmung findet. 62 Prozent (49 Menschen) sind damit einverstanden, dass die Allgemeinheit die Kosten von Büchereien trägt. Nur 23 Prozent sagen dazu Nein, 15 Prozent sind unschlüssig.

Erstaunlich ist hingegen, dass die energischen Pro-Büchereien-Voten wenig zu tun haben damit, ob die Umfrage-Teilnehmer selbst das Angebot von Bibliotheken nutzen oder nicht. Die Mehrheit, 53 Prozent (42 Teilnehmer), leiht überhaupt keine Bücher in der Bibliothek aus. 13 Prozent stehen regelmäßig – „einmal im Monat und häufiger“ – am Bücherei-Tresen, 34 Prozent „gelegentlich“. Das Urteil, dass Bibliotheken wichtig sind, ist also grundsätzlicher Art und kaum von den eigenen Interessen geleitet.



Welche Verbesserungen wünschen sich die Umfrage-Teilnehmer bei Büchereien? Gar nicht so wenige sind gänzlich wunschlos, sie erklären ausdrücklich, dass sie zufrieden seien mit dem, was sie derzeit vorfinden. Bei denen, die Wünsche haben, steht Digitales an erster Stelle: mehr digitale Bücher, verbesserte Möglichkeiten zur Ausleihe übers Internet, der so genannten Onleihe. Und auch längere Öffnungszeiten, Wohnortnähe und mobile Versorgung mit Lesestoff stehen bei den Umfrage-Teilnehmern auf den Wunschzetteln.

Wer mitmachen will beim SZ-Umfrage-Center, muss sich nur einmalig registrieren (kostenlos). Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden mit Punkten belohnt, die in Einkaufsgutscheine umgewandelt werden können.

Bibliotheken sind beliebt, das ergab eine nicht repräsentative Online-Umfrage im Köllertal.
Bibliotheken sind beliebt, das ergab eine nicht repräsentative Online-Umfrage im Köllertal. FOTO: Martin Schutt / dpa