| 17:09 Uhr

Tag eins nach der Katastrophe
Mehr Regen, als sonst im ganzen Monat fällt

11.6.2018: Autobahn 8 bei Heusweiler überschwemmt. Foto: Flightcenter-Saar
11.6.2018: Autobahn 8 bei Heusweiler überschwemmt. Foto: Flightcenter-Saar FOTO: Flightcenter-Saar
Heusweiler. Nach den unglaublichen Wassermassen aus dem Großwald: Die Aufräumarbeiten gehen gut voran, doch die Saarbahn hat Pause.

(mr/jh) „Sowas habe ich in 44 Jahren bei der Feuerwehr noch nicht gesehen, das war unglaublich. – Das Wasser kam 50 Zentimeter hoch aus dem Großwald geschossen“, das schilderte gestern, nach einer 36-Stunden-Schicht, der stellvertretende Heusweiler Wehrführer Dirk Ziegler. Vor der Sparkasse in Eiweiler, „stand das Wasser mindestens einen Meter hoch.“


Nach diesen unglaublichen Wassermassen am Montag rieb sich so mancher auch am Dienstagvormittag verwundert die Augen: Die Straßen in Heusweiler und die Ortsdurchfahrt Walpershofen waren wieder frei, viele Aufräumarbeiten im öffentlichen Bereich bereits erledigt. So sagte denn auch der Heusweiler Bürgermeister Thomas Redelberger, der selbst bis 2.30 Uhr im Einsatz war: „Es war überwältigend, was alle Beteiligten – auch vom Bauhof und zudem viele Freiwillige – geleistet haben. Das kann man gar nicht hoch genug loben.“

Straßen, Kanäle Schächte, alles war am Vormittag schon wieder frei, gegen 11 Uhr startete bereits das Abfahren von Sperrmüll, der, in Zusammenarbeit mit dem Entsorgungsverband Saar, kostenlos abgeholt wird (die Gemeinde Heusweiler hat auch ein Info-Telefon eingerichtet). Ob und welche Hilfen es vom Land und vom Regionalverband gibt, steht noch nicht fest, die Anfrage läuft jedoch schon.

Warum das Wasser ungewöhnlicherweise aus dem Großwald bei Eiweiler kam, ist noch unklar. Kurz nach Verlassen des Waldes strömte es auch über den Fußballplatz, der Naturrasen scheint – jedenfalls an der Oberfläche – noch intakt, die Braschenbahn wurde dagegen stark in Mitleidenschaft gezogen. Dann ging es wie ein Sturzbach die Straße Am Kalkofen und die Grroßwaldstraße hinunter, und weiter die Trierer Straße entlang bis nach Heusweiler hinein und dort in den Köllerbach. Auch die Saarbahn wurde durch den über die Ufer tretenden Bach lahmgelegt; nach derzeitigem Stand bleibt die Strecke zwischen Riegelsberg-Güchenbach und Lebach mindestens noch diese Woche komplett gesperrt.

Aber wie viel Wasser war es eigentlich, das da herunter prasselte? Stellen Sie sich 86 aufeinander gestapelte Ein-Liter-Milchkartons vor. 86 Liter Wasser pro Quadratmeter registrierte die Eiweiler Wetterstation von Jörg Hoffmann nach den beiden Unwetterfronten, die am Montag ihre Schleusen über Heusweiler und teils über Walpershofen und Köllerbach öffneten – das ist mehr, als normalerweise im ganzen Monat Juni fällt, was auch die großen Überflutungen erklärt, denn diesen außergewöhnlichen Mengen ist kein Kanal gewachsen.



Ein Bürgertelefon zu Fragen rund um die Unwetterschäden hat die Gemeinde Heusweiler eingerichtet, Tel. (0 68 06) 9 11-1 92 oder -191. Sperrmüll, der (kostenlos) abgeholt werden soll, sollte vors Haus gestellt werden. Er kann auch zum Wertstoffzentrum Köllertal (Am Mühlengarten 4 in Walpershofen) zur Müllverbrennungsanlage Velsen gebracht werden (die erforderlichen Berechtigungsscheine stellt die Gemeindeverwaltung aus). Auch wer (gegebenenfalls auch mit Sachspenden) helfen will, kann sich unter obiger Nummer melden.

Wo ist die Straße hin? Am Saarbahn Haltepunkt Eiweiler begutachtet der Heusweiler Bürgermeister Thomas Redelberger (links) gestern eine unterspülte und dadurch zerstörte Fahrbahn; rechts Gemeinde-Mitarbeiter Thomas Himbert.
Wo ist die Straße hin? Am Saarbahn Haltepunkt Eiweiler begutachtet der Heusweiler Bürgermeister Thomas Redelberger (links) gestern eine unterspülte und dadurch zerstörte Fahrbahn; rechts Gemeinde-Mitarbeiter Thomas Himbert. FOTO: BeckerBredel
(mr)