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Nach mehr als zehn Jahren
Lösung für Schwimmbadgelände in Sicht

 Das Heusweiler Schwimmbad gehörte einst zu den attraktivsten in der Region. Nun verrottet es seit mehr als zehn Jahren.
Das Heusweiler Schwimmbad gehörte einst zu den attraktivsten in der Region. Nun verrottet es seit mehr als zehn Jahren. FOTO: Andreas Engel /
Heusweiler. Auf der Fläche sollen 60 Einfamilienhäuser und bis zu acht Mehrfamilienhäuser mit sechs bis acht Wohnungen entstehen. Von Fredy Dittgen

So wie es aussieht, kann im nächsten Jahr mit dem Umbau des ehemaligen Schwimmbadgeländes begonnen werden. „Damit erfährt ein langjähriges Kapitel einen erfolgreichen Abschluss“, atmete Bürgermeister Thomas Redelberger (CDU) in der jüngsten Gemeinderatssitzung hörbar auf. Langjährig war es in der Tat – denn es hat elf Jahre gedauert.


Erinnern wir uns: am 23. Oktober 2007 wurde das Hallenbad geschlossen, das Freibad hatte kurz zuvor dichtgemacht. Seitdem gammelte das Gelände samt Bebauung vor sich hin. Pläne wurden gemacht und wieder verworfen. Bis dann plötzlich im Sommer 2014 ein geheimnisvoller, die Öffentlichkeit meidender Investor auftauchte. Er wollte auf dem Areal einen Sport- und Gesundheitspark mit Fitnessbereich, Massage- und Therapieräumen und Gastronomie errichten. Zudem wollte die Gemeinde vier oder fünf Grundstücke für eine Wohnbebauung nutzen.

Doch wie sich herausstellen sollte, lief gegen den Mann aus der Fitnessstudio-Szene zu der Zeit, als der Heusweiler Gemeinderat das Konzept einstimmig billigte, schon über ein Jahr ein Verfahren wegen mutmaßlicher Insolvenzverschleppung im Zusammenhang mit Insolvenzen von mindestens vier Gesellschaften aus der Fitnessstudio-Szene. Weil das Schwimmbadprojekt nicht vorankam, platzte dem Gemeinderat der Kragen und er stellte dem Investor ein Ultimatum, innerhalb von zwei Monaten einen Vertrag zu unterschreiben. Als die Zeit verstrichen und nichts passiert war, suchte die Verwaltung einen neuen Investor.



2016 war es so weit, als zwei Investorengruppen an die Gemeinde herantraten. Den Zuschlag sollte die Unternehmensgruppe Gerhard Fröhlich (Heusweiler) und Axel Rösner (Riegelsberg) bekommen, die, unterstützt vom Köllerbacher Architekturbüro Willi Latz, ihre Pläne im Bauausschuss vorstellte. Sie wollten das Schwimmbadgelände in einen „Wohnpark am Kalenberger Brunnen“ umbauen. Doch wieder erfuhr die Öffentlichkeit nichts von Projektfortschritten, bis die SZ im Mai 2017 im Rathaus nachfragte. Da hieß es, der Gemeinderat sei doch nicht so ganz zufrieden gewesen. Inoffiziell hieß es später von Ratsmitgliedern, zum einen seien die Baugrundstücke zu teuer und das Ziel, „bezahlbaren Wohnraum für junge Familien“ zu schaffen, so nicht erreichbar gewesen. Zum anderen wäre die Gemeinde beim Verkauf der Grundstücke an die Investoren deutlich unter Wert geblieben.

Nun erst startete die Gemeinde ein öffentliches Interessenbekundungs-Verfahren, bei dem sich sieben potenzielle Investoren meldeten, darunter auch Fröhlich und Rösner. Doch den Zuschlag erhielt Norbert John (PBW Immobilien Völklingen). Im Juni dieses Jahres stellte er seine Pläne den Heusweiler Gremien vor (die Saarbrücker Zeitung berichtete). Doch es gab auch hier Widerstände. Vor allem in der Frage der Entwässerung. Der Investor ging jedoch auf alle Einwände ein und änderte seine ursprünglichen Pläne.

Das Regenrückhaltebecken wird jetzt so groß dimensioniert sein, dass es sogar für ein 100-jähriges Regenereignis ausgelegt ist. Will heißen: Selbst wenn der Regen so stark werden sollte, wie in den letzten 100 Jahren nicht, wird das Becken das Wasser aufnehmen können. Außerdem wird das Becken nicht wie geplant im unteren rechten Teil des Schwimmbadgeländes, sondern im linken Teil liegen. Der 20 mal 10 Meter große Spielplatz wird jetzt in der Mitte angelegt, die Mehrfamilienhäuser werden im unteren Bereich des Geländes gebaut. Die geänderten Pläne waren vom 2. Juli bis zum 13. August offengelegt worden. „Jeder hatte Gelegenheit eine Stellungnahme abzugeben. Es kam von der Öffentlichkeit keine einzige“, sagte Redelberger. Der Gemeinderat stimmte den geänderten Plänen bei Enthaltung von Rüdiger Flöhl (NÖL) einstimmig zu. Im Januar werden die Abrisspläne und der weitere Zeitplan im Bauausschuss vorgestellt.