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Gasthaus Zewe in Kutzhof
Die letzte Dorfwirtschaft macht zu

Am 31. Dezember geht in Kutzhof eine Ära zu Ende. Das Gasthaus Zewe schließt nach über 80 Jahren in Familienbesitz seine Türen. Unser Bild zeigt, von links, Martina Zewe-Schwindling, Ehemann Rudi Schwindling  und einige der Stammgäste.
Am 31. Dezember geht in Kutzhof eine Ära zu Ende. Das Gasthaus Zewe schließt nach über 80 Jahren in Familienbesitz seine Türen. Unser Bild zeigt, von links, Martina Zewe-Schwindling, Ehemann Rudi Schwindling  und einige der Stammgäste. FOTO: Andreas Engel /
Kutzhof-Lummerschied. Nach 80 Jahren schließt in Kutzhof das Gasthaus Zewe. Die Feuerwehr hilft Vereinen, die nun Raumnot haben. Von Fredy Dittgen

Ende des Jahres wird das traditionsreiche Kutzhofer Gasthaus Zewe („Beim Guid“) schließen. „Das ist eine richtige Katastrophe für Kutzhof, jetzt kann niemand mehr sein Feierabendbierchen hier im Dorf trinken“, sagte Ortsvorsteher Michael Jakob (CDU) im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung. Das Gasthaus Zewe ist nicht nur die einzige Wirtschaft im Ort, sondern auch die letzte Stätte, wo man in Kutzhof selbst Feste feiern und Sitzungen abhalten konnte, denn die Barbarahalle im Ort ist wegen Sanierungs- und Umbauarbeiten längerfristig geschlossen. Der im zweiten Ortsteil liegende Lummerschieder Dorfkrug ist bereits seit gut zwei Jahren als Wirtschaft geschlossen, allerdings hat die Interessengemeinschaft Pro Lummerschied (IGPL) einen Teil der Räume hergerichtet, so dass hier auch manchmal Ortsratssitzungen ausgerichtet werden.


„Beim Guid“ hatten etliche Gäste Platz gefunden: „Das Gasthaus Zewe verfügt im Obergeschoss über einen Saal, in den 60 Personen passen und hat unten einen Nebenraum, wo 25 Leute Platz finden. Ich weiß nicht, wo man jetzt noch eine Veranstaltung im Dorf durchführen könnte“, sagte Jakob resignierend.

Das Gasthaus Zewe wird seit 41 Jahren von Martina Zewe geführt. Gegründet hatte es ihre Großmutter. Auch ihr Vater Guido, genannt „Guid“ war hier Wirt gewesen, von ihm leitete sich auch der „Rufname“ ab, den das Wirtshaus im Ort bekommen hatte. Und Michael Jakob hebt hervor, dass die Inhaberin „unschlagbar“ sei, „was Qualität und Preise betrifft“. Gesundheitliche Gründe zwingen Martina Zewe nun dazu, ihr Lokal zu schließen. „Am 31. Dezember ist es nochmal ganztägig geöffnet, und es wird Abschied gefeiert“, schildert Jakob.



Vermietet wird das Gasthaus aller Voraussicht nach nicht mehr, da dies zu hohe Investitionen erfordere. Der Ortsrat hat in seiner jüngsten Sitzung darüber gesprochen, ob es in Kutzhof Alternativen zum Gasthaus Zewe gibt. Doch: „Es gibt leider keine. Wir sind darauf angewiesen, dass das Barbaraensemble so schnell wie möglich fertig wird, damit die Vereine dort wieder ihre Feste und Veranstaltungen durchführen können“, schilderte der Ortsvorsteher. Mit den Umbauarbeiten in der Barbarahalle soll, so Jakob, Anfang des neuen Jahres begonnen werden, einen Fertigstellungstermin kann der Ortsvorsteher noch nicht nennen.

Immerhin: Die Kutzhofer Feuerwehr bietet den Vereinen, die jetzt gewissermaßen auf der Straße sitzen, eine Übergangslösung an. Dazu Jakob: „Die Feuerwehr hat sich bereit erklärt, ihr altes Feuerwehrgerätehaus in der Dorfmitte für Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen.“ Der Kirchenchor habe dieses Angebot bereits dankbar angenommen und werde seine Chorproben künftig mittwochabends im alten Feuerwehrgerätehaus abhalten.