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Landesbester Guss-Modellbauer: Landesbester Gießerei-Modellbauer

Landesbester Guss-Modellbauer : Landesbester Gießerei-Modellbauer

Das anfängliche Sprachproblem machte es für Nikita Schmidt aus Heusweiler nicht einfach. Doch in der Lehre startete der junge Mann durch.

Nikita Schmidt macht mit dem Hauptschulabschluss gerade Karriere und beweist, dass man sich über die berufliche Ausbildung erfolgreich weiterqualifizieren kann. IHK-Hauptgeschäftsführer Heino Klingen hat den Auszubildenden der Halberg Guss GmbH gerade bei der Bestenfeier der IHK Saarland geehrt, und zwar als landesbesten Auszubildenden im Beruf Technischer Modellbauer, Fachrichtung Gießerei.

Erst 2010 kam der heute 22-Jährige, mit 15 Jahren, aus Russland nach Deutschland. Die Sprache machte ihm Probleme. Obwohl er in Russland ein Gymnasium besucht hatte, war der Wechsel nach Deutschland schwer für ihn. Gymnasium kam nicht in Frage, die Realschulprüfung traute er sich nicht zu.

So verließ er nach der neunten Klasse die Heusweiler Friedrich-Schiller-Schule mit dem Hauptschulabschluss. Dann bewarb sich Nikita Schmidt bei Halberg Guss in Saarbrücken, wo er jemanden persönlich kannte, und er wurde zur Eignungsprüfung eingeladen. „Uns wurden Fragen über Deutschland gestellt, dann mussten wir rechnen und einen praktischen Test in der Werkstatt erledigen. Das klappte wohl ganz gut“, sagt er heute, denn er schloss die Lehre nicht nur als Landesbester ab, er wurde auch direkt übernommen und wird für das Unternehmen auf die Meisterschule gehen.

„Wir unterstützen das“, sagt Personalentwicklerin Isabell Esser. Nikita Schmidt könne sich weiterbilden und währenddessen und danach erst Recht bei Halberg Guss bleiben. Die beruflichen Aussichten seien sehr gut. In dem Beruf lohne sich eine Bewerbung ohnehin. Denn Auszubildende würden gesucht, und in der Gießerei gebe es keine Fließbandarbeit.

Das erste Ausbildungsjahr lernt man Grundfertigkeiten in der zentralen Ausbildungswerkstatt GSH, einem Zusammenschluss mehrerer Unternehmen, und ab dem zweiten Jahr arbeite man im Betrieb. Nikita Schmidt wurde nach dem Abschluss in die Materialprüfung und Qualitätskontrolle versetzt, er ist glücklich dort: „Mir macht der Job richtig Spaß“, sagt er, und es bleibe auch ausreichend Freiraum für das Fitnessstudio oder das Reisen. Mit dem Auto nach und nach die Länder der Europäischen Union erkunden, das ist sein Ziel. Nächstes Jahr geht es nach Kroatien.

Landesbester zu werden, das war kein Selbstläufer: „Ich hatte gute Konkurrenten. Ich musste etwas kämpfen, aber das hat mich motiviert.“