Landes-Mümmler-Elite traf sich in Holz

Kaninchen : Die Kaninchen-Elite traf sich in Holz

Blaue Wiener, Deutsche Riesen, Chinesische Rexe ... 160 Aussteller zeigten in Holz bei der 36. Landesschau der Rassekaninchenzüchter Saar ihre schönsten Tiere, 805 an der Zahl.

„Damidd ma Arwed hadd!“, so begründet Herbert Linder sein Steckenpferd – die Zucht von Rassekaninchen. Klaus Schreiner sieht’s ähnlich. Beide haben das Hobby vom Opa übernommen, vor einem halben Jahrhundert. Jetzt, im Alter, hofft Linder, dass einer seiner Söhne oder Enkel Ställe, Gehege und Fachwissen übernimmt und fortführt.

„Mit dem Nachwuchs sieht’s allerdings traurig aus“, weiß unterdessen Thomas Paulus, Vorstandsmitglied der Preisrichtervereinigung Saar als Ausrichter. Die Gründe? „Kaninchenzucht ist nicht einfach. Man muss viel Zeit und Wissen in seine Tiere investieren, täglich. Die Kreatur ist schließlich auf den Menschen angewiesen.“ Und viele hätten, so Paulus, in den heutigen, oft beengten Wohnsiedlungen gar nicht die Möglichkeit, sich Tiere zu halten.

Dabei ist das Interesse an der Holzer Ausstellung über zwei Tage groß. Ein ums andere Mal schlendern Familien durch die Halle mit ihren 805 Käfigen. Opa Michael Robiné erklärt den Enkeln Klara, Paul und Frieda das Verhalten der Tiere. Wenn sie sich lang machen, sind sie entspannt, stellen sie sich auf die Hinterpfoten, sind sie neugierig, und wenn sie schnüffeln, sind sie aufgeregt.

„Und das Futter ist gaaanz, gaaanz gesund?“, will Klara wissen. „Aber ja doch“, erklärt Fachhändler Michael Heiliger, „gerade diese gepressten Bricks mit Luzerne, Johannisbrot, Gerste, Mais und Leinöl enthalten viele Vitamine, außerdem sind die Tiere durch das Knabbern beschäftigt und langweilen sich nicht.“ Auch die Besucher finden’s alles andere als langweilig: „Ich bin beeindruckt von dieser schönen Ausstellung und den vielen Infotäfelchen“, freut sich etwa Werner Philippi.

Eine Landesschau dient immer auch der Prämierung der schönsten Tiere. „Und auch der Bewertung der Züchter, denn der allgemeine Pflegezustand der Tiere wird von dem Preisrichter-Komitee immer mit beurteilt“, erklärt Paulus. Ums ideale Gewicht geht es den Obmännern, um Körperformen, Fellqualitäten, Krallen, Kopfhaltungen und mehr. „Vorzüglich“ oder „Herausragend“ lesen wir oft auf den Bewertungszetteln. Nachteilig wirken sich aus: „Etwas wenig Unterwolle“, „Eckige Hinterpfoten“, „Etwas volle Brust“ oder „Leichte Abstufungen am Rücken“, um nur einige Minuspunkte zu nennen.

Viele Gründe zum Fachsimpeln, bei Kaffee, Kuchen plus diversen weiteren Leckerbissen in der heulastigen Sporthalle, die – keinesfalls unangenehm – nach Tier, Futter und Dung riecht.

Landesvereinsmeister wurde der Zuchtverein Merchingen, während sich der Nachwuchs aus Bildstock über die Landesmeisterschaft der Rassekaninchenzüchter im Bereich Jugend freuen durfte. Silvia Nilles mit ihrem „Weißen Wiener“, Erwin Gog mit seinem „Hasenkaninchen“, Patrick Löw mit seinem „Alaska“ sowie Andreas Malzanini mit „Marburger Feh“ gehörten zu den Züchtern, die die meisten Punkte von den Preisrichtern erhielten. Über diese Bewertung konnten sich im Jugendbereich auch Fabian Kessler mit „Satin Elfenbein“, Yannick Böffel mit „Lohkaninchen“ sowie Charlien Klein mit „Hermelin“ freuen.

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