Laminate Park: Zoff um Sozialplan und Abfindungen in Heusweiler

Unternehmen in Heusweiler schließt zum Jahresende : Laminate Park: Zoff um Sozialplan in Heusweiler

Die Geschäftsleitung des Bodenbelag-Herstellers „Laminate Park“ in Heusweiler-Eiweiler hat die Schließung des Werks zum Jahresende angekündigt. 230 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs (die SZ berichtete mehrfach).

Besonders bei den rund 50 Mitarbeitern zwischen 50 und 63 Jahren herrscht große Zukunftsangst.

Am 28. Juni besprach die Geschäftsführung mit dem Betriebsrat erste Details eines Interessenausgleichs und Sozialplans. Doch die Aussagen der Gesprächspartner über das Ergebnis dieser Besprechung gehen weit auseinander.  „Beide Seiten haben die jeweiligen Positionen konstruktiv diskutiert. Wir haben gemeinsam vereinbart, die Gespräche zu intensivieren und uns ab dem 11. Juli wöchentlich zusammenzusetzen. Ich bin zuversichtlich, was den weiteren Verlauf angeht“, sagt Geschäftsleiter Patrick Biehler.

Er betont, dass das Unternehmen nach wie vor plane, die Produktion bis Ende des Jahres fortzuführen, länger aber nicht. Der Wettbewerb sei sehr hart. „Die Laminatmärkte gehen zurück, das ist unbestritten. Wir können kein nachhaltiges Profitabilitätslevel mehr erreichen, der Standort hat damit auch längerfristig keine Perspektive. Es gibt keine andere wirtschaftlich tragfähige Lösung“, erklärte Biehler. Das Unternehmen habe das sehr sorgfältig geprüft. Der externe Sachverständige des Betriebsrats habe in seinem Gutachten ebenfalls bestätigt, dass der kontinuierliche Absatzrückgang im Laminat-Bereich das Gesamtergebnis belaste und durch die Ergebnisse im Bereich MDF (Mitteldichte Holzfaserplatte) nicht kompensiert werden könne. Jetzt gehe es darum, dass alle Beteiligten verantwortungsvoll mit der Situation umgehen, meinte Patrick Biehler. „Dazu gehört für uns selbstverständlich auch, dass wir offen für ernsthafte Interessenten mit wirtschaftlich tragfähigen Visionen für den Standort und entsprechende Gespräche sind“, sagt der Geschäftsführer.

Der Betriebsratsvorsitzende Stefan Rau jedoch erklärt: „Leider kann der Betriebsrat die etwas realitätsfernen Aussagen des Herrn Biehler in keinster Weise bestätigen.“ Rau kritisiert, dass Geschäftsführer Stefan Körner sich im Werk nicht mehr gezeigt habe, seit Biehler installiert wurde, und bei der Besprechung am 28. Juni ebenfalls nicht anwesend war. Stattdessen blockiere „die für viel Geld extern eingekaufte Geschäftsleitung“ (Anm. d. Red.: gemeint ist Patrick Biehler) massiv die Weitergabe von benötigten Daten an den Betriebsrat. „Dieses untragbare Verhalten ließ bereits mehrere Termine platzen“, kritisiert Rau. Die Geschäftsleitung habe dem Betriebsrat untersagt, die Ergebnisse des Gutachtens, das der Betriebsrat von externen Sachverständigen anfertigen ließ, der Belegschaft vorzustellen. Der Jahresabschlussbericht für 2018 sei ebenfalls nicht vorgelegt worden, moniert der Betriebsratschef. Immer wieder werde die angeblich schlechte allgemeine Wirtschaftslage in den Märkten vorgeschoben, statt die nachgewiesenen Fehler in der Führungsebene des „Laminate Parks“ und den verbundenen Konzernen Tarkett und Sonae Arauco einzugestehen, sagt Rau. Dazu passe das Bestreben der Geschäftsleitung, im Angesicht der Schließungskosten, die Personalstärke bis Ende des Jahres extrem zu minimieren. Jetzt habe die Geschäftsleitung eine äußerst miserable Abfindungsquote von 0,2 angeboten. „Das heißt, für 10 Jahre Betriebszugehörigkeit werden zwei Monatsgehälter angeboten“, sagt Rau. Dieses Angebot sei mies, sagt Rau. Am 11. Juli treffen sich beide Parteien erneut zu einem Gespräch.

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