Kutzhofer Verein verhilft Schule in Kibibi, Uganda, zur Selbsthilfe

Damit sie auf eigenen Füßen stehen kann : Kutzhofer Verein hilft Schule in Kibibi

Bildung auch für arme Schulkinder: Der Missionsförderverein engagiert sich in Uganda und prüfte das Projekt genau.

Erinnern Sie sich an Ihre Schulzeit? – Selbst wenn die länger zurückliegen sollte, so haben Sie vermutlich nicht mit mehreren Klassenkameraden auf einer einfachen Holzbank ohne Rückenlehne gesessen, und Ihr Tisch bestand auch nicht aus mehr oder minder roh behauenen Brettern – und die Wand des Klassenraums nicht aus nackten Ziegelsteinen.

So etwa sieht es aber in der „Hidden Treasure Nursery & Primary School“ in Kibibi aus; – Computerklasse oder Overhead-Projektor? Nicht im Traum daran zu denken. Und doch sind viele Kinder mehr als froh, in der ugandischen Stadt einen Platz in der Privatschule ergattert zu haben. In Uganda gibt es zwar auch staatliche Schulen, aber zu wenig, sagt Martin Zewe, der Vorsitzende des Missionsfördervereins Kutzhof aus dem gleichnamigen Heusweiler Ortsteil. Der Verein, der zum Beispiel auch Projekte in Mauretanien fördert, unterstützt die Schule, in der knapp 25 Prozent der Kinder kostenlos betreut werden. Die Familien der anderen Kinder finanzieren so über das Schulgeld auch Bildung und Versorgung der Ärmeren.

Derzeit geht es dem Kutzhofer Verein insbesondere um eine Erweiterung der Schule. Um zu prüfen, ob das Geld wirklich an ein förderwürdiges Projekt geht, habe man vorher mit Dr. Michael Schmitt einen Experten des Senior-Experten-Service (SES) beauftragt, einen Geschäftsplan für die Schule zu erstellen. „So wollte ich sicher gehen, dass es sich um ein nachhaltiges und tragfähiges Projekt handelt. Zu diesem Ergebnis kommt der Experte und gibt mir und unseren Spendern die Gewissheit, dass die eingesetzten Beträge gut angelegt sind“, erklärt Zewe. Der SES ist eine Stiftung der deutschen Wirtschaft, die sich mit Entwicklungshilfeprojekten befasst.

Die Schule wurde im Jahr 2012 vom späteren Schulleiter Christopher Sekitto gegründet – hauptsächlich mit Ersparnissen seiner Familie. Ihr Ziel ist es, 1000 Kinder aufnehmen zu können, derzeit sind es 570, die von 27 Lehrkräften und neun weiteren Mitarbeitern betreut werden. Momentan gibt es vier sehr schlichte Gebäude mit neun Klassenräumen, vier einfache Schlafsäle, ein Verwaltungs- und ein Lehrerbüro, zudem eine spärlich überdachte Kochstelle als Küche im Freien.

  Jetzt soll eine Erweiterung in Angriff genommen werden. Geplant sind drei Klassenzimmer, eine Bibliothek und Unterkünfte für Lehrer – vor Ort muss immer jemand sein, da einige Kinder, die von weiter her kommen, im angeschlossenen Internat leben. Die Schule ist auch ein kleiner Wirtschaftsfaktor: Insgesamt würden die durch die Schule geschaffenen Arbeitsplätze 36 Familien ein Auskommen geben. Das von der Schule erwirtschaftete Einkommen reiche zwar, um den Betrieb am Laufen zu halten, jedoch nicht für Erweiterungen. Steigende Schülerzahlen seien aber notwendig, damit die Schule finanziell unabhängig und abgesichert ist. Die Baukosten insgesamt würden sich auf etwa 200 Millionen ugandische Schilling belaufen, also umgerechnet auf knapp 48 000 Euro, davon, so Zewe, seien etwa 25 Prozent bereits finanziert und verbaut.

Der Name der Schule „Hidden Treasure“, also „Versteckter Schatz“, ist gewissermaßen Programm, schildert Dieter Schmitt: „Der Name ‚Hidden Treasure’ wurde gewählt, weil viele Kinder versteckte Talente in sich tragen, die sich während einer Schulausbildung herausbilden und fördern lassen. Der Grund von viel Nichtstun – außer der Arbeit als ungelernter Tagelöhner – und somit der Grund von Armut liegt am fehlenden Knowhow und fehlender Ausbildung.“

Unterricht in der „Hidden Treasure  School“ in Kibibi. Damit mehr Kinder aufgenommen werden können, engagiert sich der Missionsförderverein Kutzhof für eine Erweiterung. Foto: Dieter Schmitt / Missionsförderverein Kutzhof/Dieter Schmitt
Martin Zewe Foto: Elke Zewe. Foto: Elke Zewe

www.missionsfoerderverein-kutzhof.de