| 13:04 Uhr

Kutzhofer Narren
„Fremdgehen“ und Spaß dabei

Kutzhof/Wahlschied. Kutzhofer Narren mussten in Wahlschieder Halle ausweichen. Kappensitzung mit Witz und tollen Tänzen. Von Andreas Engel

Den Auftakt der heißen Phase der Heusweiler Fastnacht markierten am Freitag- und Samstagabend die Kutzhofer Narren. Nicht in die Barbarahalle, da diese angestammte Narrhalla der Kutzhofer Karnevalisten derzeit umgebaut wird, sondern in die Sport- und Kulturhalle im gar nicht so fernen Wahlschied strömten die Narren. Der Stimmung tat der Umzug keinen Abbruch. Das bestätigte der Vorsitzender des Kutzhofer Karnevalsvereins (KVK), Martin Weber: „Noch nie waren unsere Sitzungen so schnell ausverkauft“, freute sich der Chef.


Die Wahlschieder Halle birgt tatsächlich so einige Vorteile, einmal ist sie größer und die Akustik scheint besser zu sein, auch die Parkplätze sind zahlreicher. Die Kutzhofer Narren nutzten ihre Chance und entzündeten ein wahres Feuerwerk mit fantasievollem wie ausgelassenem karnevalesken Treiben. Und die an Höhepunkten reichen Sitzungen am Freitag und Samstag begann gleich mit einem Knaller, denn die Kutzhofer Narren können sich in diesem Jahr mit dem „Prinzenpaar des Jahres 2018“ schmücken. Das sympathische Geschwisterpaar Prinzessin Luisa I. und Prinz Marcel II. aus dem Hause Woll entschieden kürzlich in Schmelz den Wettbewerb um den begehrten Titel für sich und holten den Pokal nach Kutzhof.

In seiner langen Rede – oft sind die Prinzenpaar doch eher einsilbig – suchte das Prinzenpaar des Jahres eine Erklärung für den Sieg. Es waren, so die karnevalistische Theorie, schlussendlich die Schuhe des Prinzen, die den Ausschlag bei

der Jury gegeben haben mussten. Und tatsächlich: Die Treter des Prinzen sind in Farbe und Form äußerst ungewöhnlich und mithin preisverdächtig.

Beeindruckend fair in dieser Session war der paritätisch besetzte Elferrat – mit je fünf politisch Roten und Schwarzen rechts und links neben Sitzungspäsident Dieter Hastenteufel. Wie meinte Thomas Woll so passend:„Ich kumme von dahemm, die kumme von SPD und CDU.“



Eine große Zahl befreundeter Karnevalsvereine mit Prinzenpaaren aus der Umgebung machten ihre Aufwartung und schmückten die Kutzhofer Galasitzungen. Die Bühne bog sich förmlich unter den vielen Abordnungen, Prinzen, Prinzessinnen und deren Hofgesellschaften und Präsidenten.

Nach dem in diesem Jahr besonders feierlich inszenierten hochoffiziellen Teil, stürmten die Garden und Büttenredner die Bühne, ganz so, als hätten sie es gar nicht erwarten können, ihr lange geprobtes Repertoire zu präsentieren. Es ging Schlag auf Schlag. Hübsche Tänzerinnen (und einige Tänzer vom Männerballett „Jukebox“) wechselten sich mit Büttenreden bis zum großen „Finale-Fantastico“, live gesungen von Thomas Woll. .

Der Juniorinnen-Garde des KVK fiel die ehrenvolle Aufgabe zu, die närrischen Zuschauer in Stimmung zu tanzen, was ihr leicht gelang. Dem setzte Funkenmariechen Julie Hirschmann anschließend noch ein Sahnehäubchen auf.

Die viel zitierte Lachmuskulatur strapazierten die bewährten Büttenredner mit ihren „lachhaften“ Beiträgen Quitschi und Quatschi, alias Leon und Leonie Schonk aus Habach, Lorche Huwig und Dieter Hornberger als Olga und Otto und der begnadete „Dummschwätzer“ Thomas Woll.