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Wenn Kunst Musik trifft
Kulturhalle kommt als Atelier daher

Kunst zum Anfassen gab es am Wochenende in der Heusweiler Kulturhalle.
Kunst zum Anfassen gab es am Wochenende in der Heusweiler Kulturhalle. FOTO: Merkel Carolin / Carolin Merkel
Heusweiler. Veranstaltung „Kunst trifft Musik“ in Heusweiler trifft den Geschmack von Kulturschaffenden und Besuchern. Von Carolin Merkel

„Die Idee ist wunderbar, der Raum bietet ein tolles Licht für die Bilder“, erklärte Freimut Mertes, Initiator einer Premiere am vergangenen Wochenende. Zum ersten Mal hatte er in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Heusweiler und Künstlern zum zweitägigen Event „Kunst trifft Musik“ in die Kulturhalle eingeladen. „Ich vermute, dass nicht so viele Besucher kommen werden“, sagte er zur Eröffnung am Samstagnachmittag. Da hatten ein paar Gäste auf den Stühlen in der Mitte des Raumes Platz genommen, andere schlenderten an den Stellwänden vorbei und ließen die Bilder und Fotografien sprechen.


Ganz neu ist das Format, Musik und Kunst in der Kulturhalle zusammenzubringen, nicht. In den vergangenen Jahren standen immer wieder Konzerte von Bongos Big Band unter der Leitung von Mertes auf dem Programm. Ergänzt wurde der musikalische Genuss durch Bilder, Fotografien und Lyrik. All diese schönen Eindrücke brachte der Leiter zahlreicher Musikbands nun am Wochenende erstmals zusammen.

Begeistert von der Idee war gleich beim ersten Gespräch Bürgermeister Thomas Redelberger: „Ich habe spontan Ja gesagt“, bekannte er am Samstagnachmittag. Bei ihm und im Kulturamt würden Künstler immer ein offenes Ohr finden, in Heusweiler sei man bestrebt, Kultur den Menschen näher zu bringen.



Redelberger freute sich, so viele Künstler in der Kulturhalle, die wie ein kleines Atelier daherkam, begrüßen zu können. Neben den Stellwänden, an denen Werke aus Tusche und Acryl, dazu Fotografien hingen, konnten die Besucher in Arbeitsmappen der Künstler blättern.

„Wir sind stolz, was wir hier auf die Beine gestellt haben“, erklärte Josef Scherer, der mit Reisefotografien aus fernen Ländern, aber auch mit Ansichten aus der Heimat besondere Einblicke präsentierte. Im Gegensatz dazu zeigte Fotograf Albert Klee einen kleinen, aber beeindruckenden Ausschnitt seiner experimentellen Fotografie, ließ unter anderem Objekte scheibchenweise schweben.

Die 1933 geborene Malerin Gitta Niessen freute sich, Teil der Veranstaltung zu sein. Sie sei immer gerne dabei, wenn Künstler die Initiative ergreifen. „Bilder sind Kommunikationsmittel, Künstler müssen ausstellen“, erklärte sie. Sehr viele Werke hatte Judith Schneider mit nach Heusweiler gebracht. Doch selbst während der Veranstaltung konnte sie das Zeichnen nicht lassen, ließ sich vom Rhythmus der ersten Band, Power On, ebenfalls unter der Leitung von Freimut Mertes, inspirieren.

„Ich finde es großartig, in der Musik wird immer ausprobiert, da machen wir Künstler gern mit und lassen uns inspirieren“, sagte sie. Ob die Veranstaltung eine Fortsetzung findet, will Mertes mit den Teilnehmern ausloten. „Ich schaue hoffnungsvoll in die Zukunft. Man braucht Ausdauer, um ein Format durchzuziehen“, erklärte er. Dickes Lob gab es von Monika Plätsch aus Riegelsberg: „Die Gemeinde Heusweiler engagiert sich sehr, wenn es um Kunst geht. Und die ausstellenden Künstler sind allesamt herausragende Menschen im Saarland.“

Bei der Premiere von Kunst und Musik in der Kulturhalle in Heusweiler gastierte auch die Band Power On.
Bei der Premiere von Kunst und Musik in der Kulturhalle in Heusweiler gastierte auch die Band Power On. FOTO: Merkel Carolin / Carolin Merkel