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Kriegsflüchtlinge könnten Dorfkrug retten

Kriegsflüchtlinge könnten Dorfkrug retten

Die Gemeinde Heusweiler will mit dem Umbau des Lummerschieder Dorfkruges zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: In dem Gebäude soll Wohnraum für Flüchtlinge, aber auch ein Veranstaltungsraum entstehen. Bürgermeister Thomas Redelberger erläuterte vor 120 Zuhörern die Pläne.

Der heutige Dorfkrug Lummerschied war 1961 als Schule gebaut worden. Nachdem die Schule 1972 geschlossen worden war, entstand daraus ein Mehrzweckgebäude mit Gaststätte, Versammlungsraum, Turnsaal und Kegelbahn. Die Wirtschaft gibt es seit drei Jahren nicht mehr, zwischenzeitlich hatte es noch ein Intermezzo mit dem Saarländischen Tischfußballverband gegeben, der das Haus zwei Jahre unter anderem als Trainingsstätte nutzte. Zuletzt war der Dorfkrug nur noch zu bestimmten Gelegenheiten geöffnet. Das Haus, wie man es bisher kannte, wird nun endgültig nach dem Feuerwehrfest am kommenden Wochenende geschlossen.

Wenn die Gemeinde als Eigentümer demnächst mit den Umbauarbeiten beginnt, werden nur noch die Außenmauern des Gebäudes stehen bleiben. Innen werden sowohl im Unter- als auch im Obergeschoss Zimmer für bis zu zwölf Bürgerkriegsflüchtlinge eingerichtet. In einem Teil der ehemaligen Wirtschaft soll dazu noch ein Mehrzweckraum für die Bürger geschaffen werden.

Zur einer Info-Veranstaltung im Saal der Gaststätte waren am Montagabend 120 Bürger erschienen. Bürgermeister Thomas Redelberger und Hauptamtsleiter Günter Flätgen erklärten anhand eines Bauplanes die wichtigsten Details der Umbaumaßnahme, die vom Innenministerium per Zuschuss gefördert wird. Letzteres heißt aber auch, dass sich die Gemeinde verpflichtet, das Gebäude in seiner veränderten Form zehn Jahre zu erhalten.

Laut Plan fallen im Untergeschoss die Kegelbahn und der Turnsaal weg. In dem kleinen Saal sollen Schlafräume für die Flüchtlinge entstehen. Außerdem wird die Heizung erneuert und der Gastraum mit Saal durch eine Mauer zweigeteilt. In einem Teil werden Räume für die Flüchtlinge geschaffen, im anderen wird der Bürgerraum eingerichtet. Als Redelberger anmerkte: "Wenn wir das Haus für die Dauer von zehn Jahren halten können, bleibt auch die Feuerwehr im Ort bestehen", gab es spontan Beifall von den Zuhörern.