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Mildes Köllertal
Regen bleibt weiterhin Mangelware

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Ruhige Hochdrucklage beschert dem Köllertal sehr milde Novembertage.  Von Jörg Hoffmann

Was für ein turbulenter Ausklang des Oktobers! Zunächst verursachte Mittelmeertief Vaia von Kroatien bis Südfrankreich schwere Unwetter, dann zog es auf ungewöhnlicher Zugbahn am Dienstag von den Westalpen nordwestwärts über den Westen Deutschlands zur Nordsee und sorgte dabei für enorme Wetter- und Temperaturkontraste innerhalb Deutschlands – zwischen null Grad in der Eifel und bis zu 21 Grad im Berliner Raum. Es war gewissermaßen Frühwinter im Westen mit Sturmböen und nassen Flocken und Spätsommer im Osten durch die Warmfront des Tiefs. Im Köllertal trat nach Abzug des Tiefs in der Nacht zu Mittwoch bei kurzem Aufklaren mit minus 0,5 Grad der erste Frost der Saison auf.


Der zu Ende gegangene Oktober reihte sich nahtlos in die Serie der ungewöhnlich warmen und trockenen Vormonate ein, denn der goldene Oktober verwöhnte uns lange Zeit noch mit spätsommerlicher Wärme, wobei 4 Sommertage ebenso wie 13 warme Tage (ab 20 Grad) einen neuen Rekord der Eiweiler Messreihe bedeuten. Mit einem Mittelwert von 11,7 Grad war der Oktober um 2,3 Grad zu warm. Die Trockenheit verschärfte sich weiter, und so wurde der Monat mit einer Regensumme von nur 11,2 Liter pro Quadratmeter zum absolut trockensten Oktober der Eiweiler Messreihe bei einem extremen Defizit von 87 Prozent.

Nach dem kurzen herbstlichen Kaltlufteinbruch startet der November wieder deutlich milder und die Winterbekleidung kann angesichts zweistelliger Höchstwerte getrost im Schrank bleiben: Durch die Großwetterlage mit Tiefs auf dem Atlantik und Westeuropa sowie hohem Luftdruck über Mittel- und Osteuropa stellt sich eine sehr milde Südströmung ein. Diese kräftige, blockierende Hochdrucklage über Europa verhindert weiterhin das Durchbrechen der Westwindströmung, lediglich Reste der in Richtung Mittelmeer gelenkten Tiefs können sich ab und zu mit Wolken bemerkbar machen. Die seit Frühjahr dominierende Großwetterlage scheint sich auch im November festzusetzen. Auch die Dürre geht weiter.



Heute gibt es bei starker Bewölkung noch etwas Regen durch die abziehende Front von Tief Wenke, nachittags zeigen sich schon Auflockerungen bei Temperaturen um 10 Grad. Am Wochenende zieht von Westen das neue Hoch Zouhir über Deutschland hinweg, so dass sich ruhiges, vielfach freundliches und sehr mildes Herbstwetter einstellt. Am Samstag und Sonntag ist es nach Nebelauflösung sonnig mit einigen Schleierwolken und trocken bei Temperaturanstieg auf 13 bis 15 Grad. Mit Verlagerung des Hochs nach Osteuropa wird zu Wochenbeginn mit einer südlichen Strömung für November ungewöhnlich milde Luft herangeführt. Von Montag bis Mittwoch ist es nach Hochnebel teils heiter, teils wolkig und trocken bei 14 bis 17 Grad. Am Donnerstag könnte uns ein schwacher Tiefausläufer mit etwas Regen streifen, ehe danach wieder freundliches Wetter dominiert. Mit Höchstwerten von 13 bis 16 Grad bis zum Martinstag bleibt es viel zu mild.