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Was für eine Überraschung: Kita-Sanierung wird etwas günstiger

Was für eine Überraschung : Kita-Sanierung wird etwas günstiger

„Baumängel“ bei der Sanierung des Barbara-Hallen-Komplexes erwiesen sich als bereits behobene Kleinigkeiten.

Im Heusweiler Bauausschuss ging es um die derzeit laufende Rundum-Sanierung des Barbara-Hallen-Komplexes in Kutzhof, insbesondere der dazu gehörenden Kita, bei deren Sanierung man offenbar sogar knapp 70 000 Euro unter den veranschlagten Kosten bleibt. Die Sanierungsarbeiten waren zum Thema der Sitzung geworden, weil der SPD-Fraktion „durch Bürger“ zugetragen worden sei, dass es Baumängel gebe. Diese Mängel stellten sich jedoch als geringe und inzwischen behobene Detail-Probleme heraus und lösten auch die Frage aus, welcher „Bürger“ denn in den Heizungskeller käme, um dort Baumängel festzustellen.

Die Mängel im Detail: Ein Flügel der Eingangstür zur Kita sei zu lang, so dass die Tür am Vordach anstoße und sich auch in einer Notsituation nicht komplett öffnen ließe. Zudem sei ein Fallrohr so angebracht, dass sich ein Fenster im ersten Stock nicht öffnen ließe. Außerdem habe der Hauptverteiler der Heizung einen größeren Rohrdurchmesser als die neu eingebauten Heizungsteile, was zum Rattern der Pumpen führe. Und eine Trennwand in den sanitären Anlagen im Obergeschoss verhindere die ordnungsgemäße Nutzung der Anlage. Claudia Trappmann (SPD) relativierte die im Antrag vorgebrachte Kritik allerdings selbst: „Der Antrag leidet an Altersschwäche“, so Trappmann. Er sei schon am 19. Februar gestellt worden, und die vorgebrachten Mängel seien mittlerweile beseitigt.

Hauptamtsleiter Hans-Günter Flätgen bestätigte sowohl die Mängel als auch deren Beseitigung. Den Fehler bei der Eingangstür zur Kita habe ein Fensterbauer verursacht. Dieser Fensterbauer sei verpflichtet worden, den Mangel auf eigene Kosten (2000 Euro) zu beseitigen. „Die Tür geht jetzt richtig auf und zu“, so Flätgen. Das ungünstig platzierte Fallrohr sei lediglich ein vorübergehendes Provisorium während der Bauphase gewesen, das während dieser Zeit notwendig war, mittlerweile aber wieder beseitigt ist, so Flätgen. Und die Kritik an der Heizungsanlage sei nicht nachvollziehbar, betonte er. Eine Überprüfung habe jedenfalls keinerlei Mängel gezeigt.

Richtig sei die Kritik an einer fehlenden Trennwand in den sanitären Anlagen im Obergeschoss gewesen. Die Trennwand sei aber mittlerweile eingebaut, man habe lediglich den Abschluss der Baumaßnahme im Toilettenbereich abwarten wollen.

Flätgen berichtete zudem auf Wunsch Trappmanns auch über den Baufortschritt am Barbara-Ensemble und über die Kosten: Die ursprüngliche Kostenschätzung für die Kita habe bei 1,2 Millionen Euro gelegen. 890 000 Euro seien bis jetzt ausgegeben worden. Die Restarbeiten würden 252 000 Euro kosten. Mit diesem Geld sollen insbesondere noch Treppenhaustürme als Fluchtwege gebaut werden, zudem seien noch Restarbeiten an der Heizungs- und Sanitäranlage zu erledigen, und es stehen noch Elektro-, Maler- und Schreinerarbeiten an. „Der Trockenbau kriegt nochmal 10 000 Euro, und im Flur sind noch einige kleinere Dinge zu erledigen“, führte Flätgen aus. Wenn alles wie geplant verlaufe, werde man sogar um 69 000 Euro unter dem ursprünglich geschätzten Kostenrahmen bleiben. (Die Kostenschätzung für das Gesamtprojekt, also einschließlich Hallensanierung und angebauter Feuerwache, hatte bei etwa 2,7 Millionen Euro gelegen.)

Ende Mai oder Anfang Juni sei die Kita fertig (damit liegt man dann auch im Zeitplan, ursprünglich hieß es, „im Frühjahr“ solle die Kita fertig sein). Danach gehe es sofort mit der Sanierung der Halle weiter.

Für die Aussagen zu den geringer ausgefallenen Kosten gab es vom Ausschuss jede Menge Lob. „Man sieht, dass unser Geld gut angelegt ist, wenn wir nicht auf externe Planer zurückgreifen, sondern es selbst machen“, sagte Reiner Zimmer (SPD). Lob für die Architekten im Heusweiler Bauamt sprachen auch Ulrich Krebs (FDP) und Jörg Schwindling (CDU) aus.

Scharfe Kritik äußerte Krebs jedoch am Antrag der SPD bezüglich der monierten Mängel. Dies habe man alles auf dem kleinen Dienstweg per Telefon mit der Verwaltung klären können, dafür brauche man nicht den Ausschuss, die Öffentlichkeit und die Presse, so Krebs. Er kritisierte auch die Mängel-Kritik im Zusammenhang mit der Heizanlage: „Ich frage mich, wie kommen Kutzhofer Bürger in den Heizungsraum und können feststellen, dass der Hauptverteiler ‚einen größeren Rohrdurchmesser’ hat? Was ist das für eine Informationsquelle?“