| 20:10 Uhr

AC Heusweiler erwartet KSV Witten
Kein Hobby, sondern Leidenschaft

Niklas Bredy (in Rot) hebt im Training des Bundesligisten AC Heusweiler seinen Mannschaftskollegen Teodor Horatau aus.
Niklas Bredy (in Rot) hebt im Training des Bundesligisten AC Heusweiler seinen Mannschaftskollegen Teodor Horatau aus. FOTO: Andreas Schlichter
Heusweiler. Der Ringer-Bundesligist AC Heusweiler hat den KSV Witten zu Gast. Ein Sieg ist Pflicht, um die Achtelfinal-Hoffnung am Leben zu halten.

Die ganz große Spannung ist raus. Drei Kampftage vor Ende der Vorrunde in der Ringer-Bundesliga sind in der Gruppe West die Vorentscheidungen gefallen. Mit einem Heimsieg an diesem Samstag um 19.30 Uhr in der Kyllberghalle gegen den RC Merken kann  der verlustpunktfreie KSV Köllerbach seinen Platz an der Tabellenspitze festigen. Dagegen wartet der KV Riegelsberg auf den ersten Saisonsieg. „Wir werden uns auf das Saarderby in Hüttigweiler optimal vorbereiten und versuchen, das Bestmögliche herauszuholen“, sagt Trainer Edgar Paulus vor dem Kampf an diesem Samstag um 19.30 Uhr in der Illinger Welschbachhalle. Beim 14:14 im Hinkampf holte der KV seinen einzigen Punkt.



Nach der 10:17-Niederlage in Merken ist für den AC Heusweiler der Sprung ins Achtelfinals kaum mehr zu erreichen. Für die Mannschaft von Trainer Cacan Cakmak geht es im Fernduell mit Riegelsberg eher darum, nicht Letzter der Vorrundengruppe zu werden. Ein Heimsieg gegen den KSV Witten würde dabei sehr helfen. „Dazu müssen wir aber unsere Schlüsselkämpfe gewinnen“, sagt Cakmak, der ergänzt: „Ich bleibe dabei: Außer Köllerbach kann in dieser Gruppe jeder jeden schlagen.“

Einen der Schlüsselkämpfe wird Niklas Bredy bestreiten. Er ist beim AC Heusweiler nicht nur für die 75 Kilogramm-Klasse im Freistil wichtig. Er dolmetscht auch für den Spanier Juan Pablo Gonzales Crespo. „In der Schule war ich mal ein paar Wochen zum Austausch in Spanien“, erzählt Bredy, der eine Ausbildung zum Polizisten macht: „Obwohl ich viel länger Englisch und Französisch gelernt habe, hat mich Spanisch immer viel mehr fasziniert.“

Beim Kampf in Merken war Bredy früh auf eine Aktion von Dominik Chelo reingefallen und musste einem 0:4-Rückstand nachlaufen. Zwar war der Saarländer der aktivere und bessere Mann, am Ende reichte es aber nicht. Er verlor mi 1:4. Eine Woche zuvor hatte Bredy gegen Köllerbachs Weltklasse-Ringer Laszlo Szabo mit 2:0 geführt, musste dann aber nach knapp einer Minute auf die Schultern. „Das ist dann schon eine ganz andere Liga. Das sind Athleten, die zwei Mal am Tag trainieren können“, sagt Bredy, der nach einem Schlüsselbeinbruch fast ein Jahr ausgesetzt hat. Fragt man ihn, ob ihm sein Hobby gefehlt hat, reagiert der sonst immer freundliche  St.Ingberter grantig: „Ringen ist kein Hobby, Ringen ist meine Leidenschaft.“ Vater, Bruder, Onkels und Cousins sind dem Sport verfallen. Der 23-Jährige gibt sein Können und seine Begeisterung an den Nachwuchs in Elversberg weiter, wo er als Trainer arbeitet.

Ausgleich zu Sport und Ausbildung findet er beim Angeln. „Das ist Entspannung pur, da sind nur die Natur und ich“, sagt Bredy, der mit Blick auf den Heimkampf  gegen Witten an diesem Samstag um 19.30 Uhr in der Halle der Realschule erklärt: „Wir wollen in die Endrunde. Dafür muss jeder 150 Prozent geben. Es kommt auf jedes Einzelergebnis an. Und wer weiß schon, was passiert?“ Mit zwei Mannschaftserfolgen aus den letzten beiden Kämpfen könnte Heusweiler vielleicht das scheinbar Unmögliche schaffen.