Kegel-Bundesligist KSC Dilsburg gewinnt sein Heimspiel zum Playoff-Start

KSC Dilsburg : Gezerrt und erkältet zur Tabellenführung

Kegel-Bundesligist KSC Dilsburg hat sein Heimspiel zum Start in die Endrunde um die deutsche Meisterschaft gewonnen. Und das, obwohl Elgin Justen und Elke Radau-Lambert angeschlagen auf die Bahn gingen.

Die Augen der Bundesliga-Keglerinnen des KSC Dilsburg blicken zwischen zwei Bahnen hin und her. Die Daumen werden gedrückt, als ihre Mitspielerin Elgin Justen das Sportgerät vor dem Wurf zart streichelt. Sie kämpft gegen Carmen Ziemke vom RSV San Remo Remscheid. Justen ist mit einer Zerrung auf die Bahn gegangen. Trotzdem hat sie konstant abgeräumt und ihre Konkurrentin Ziemke auf Distanz gehalten. Die Remscheiderin kommt auf 775 Holz. Justen hat am Ende 816 Holz umgelegt – und die Dilsburgerinnen jubeln am Samstag über die Tabellenführung nach dem ersten Spieltag der Meisterschafts-Endrunde vor Titelverteidiger und Saar-Konkurrent KF Oberthal.

„Es war ein erfreuliches Ende für uns“, sagt Elke Radau-Lambert nach dem Auftakt auf der Heimbahn des KSC Dilsburg in Lebach-Landsweiler. Die Nationalspielerin ist mit einer Erkältung in den Wettkampf gegangen. Sie fieberte also im wahrsten Sinne des Wortes bei Justens Abräum-Auftrag mit. Als Startkeglerin hat Radau-Lambert 840 Holz vorgelegt und den KSC Dilsburg in Führung gebracht. „Ich habe gegen Ende gemerkt, dass wegen meiner Erkältung die Kraft und Kondition nachgelassen haben“, erklärt die 41-Jährige. Ohne die Erkältung wäre für sie noch etwas mehr drin gewesen.

Nach den anschließenden 770 Holz von Dilsburgs Johanna Theiß folgt Veronika Ulrichs Top-Auftritt. Sie kommt auf 852 Holz (23 Einzelwertungspunkte) – und ist damit am Ende die zweitbeste Keglerin des Tages. „Das hat uns mehr Sicherheit gegeben“, erklärt Radau-Lambert. Ulrich mischt nach einer Babypause seit dem vergangenen Oktober wieder mit. Mit ihrer Leistung unterstreicht sie ihre ansteigende Form.

Tanja Bock legt danach für den RSV San Remo Remscheid 862 Holz (24 Einzelwertungspunkte) hin – damit ist sie die Tagesbeste. Birgit Stauner rettet mit 807 Holz im direkten Vergleich mit Remscheids Bettina Schöpp (806 Holz) einen Punkt Vorsprung ins Ziel. Den Rest erledigt Justen.

„Wir haben eine gute Mannschaftsleistung gezeigt“, sagt Radau-Lambert. Genau das Gegenteil sei beim Titelverteidiger KF Oberthal der Fall gewesen, kritisiert Svenja Lambert. „Katja Ricken ist bei uns ausgefallen“, bedauert Lambert, für die 802 Holz zu Buche stehen. In der Endabrechung fehlen den Oberthalerinnen 98 Holz auf den Zweitplatzierten SV San Remo Remscheid. „Das darf uns nicht passieren“, sagt Lambert.

Der KSC Dilsburg hat mit nun sieben Punkten die KF Oberthal, die sechs Zähler haben, in der Tabelle der Endrunde überholt. „Unsere Chancen für eine Titelverteidigung bestehen weiterhin“, erklärt Lambert. Zuletzt gingen alle fünf Meisterschaften nach Oberthal – 2010 holten sich die Dilsburgerinnen den Titel. „Der kommende Doppelspieltag wird wegweisend sein“, erklärt Radau-Lambert.

Am kommenden Samstag, 16. Februar, wird auf der Anlage von Preußen Lünen gespielt, das mit drei Punkten den vierten Tabellenplatz belegt. Am Sonntag, 17. Februar, geht es beim Dritten RSV Samo Remscheid (vier Punkte) weiter.

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