| 20:29 Uhr

Aberglaube
(K)ein Tag wie jeder andere: Sind die Heusweiler abergläubig?

Für einige verheißt der heutige Freitag nichts Gutes. Anderen ist der Aberglaube jedoch egal.
Für einige verheißt der heutige Freitag nichts Gutes. Anderen ist der Aberglaube jedoch egal. FOTO: dpa / Karl-Josef Hildenbrand
Heusweiler. Heute schon auf den Kalender geschaut? Die böse Zahl 13 prangt über dem Freitag – damit ist das Unglück doch bereits vorprogrammiert. Oder vielleicht doch nicht? Unsere Umfrage scheint zu zeigen: In Heusweiler leidet niemand wirklich an „Paraskavedekatriaphobie“, der Angst vor Freitag, dem 13. Von Stephanie Schwarz

An einem Freitag, dem 13. bleibt man besser im Bett. Denn keiner weiß, welches Unglück draußen lauert: Eine aufgestellte Leiter, eine schwarze Katze, die von links den Weg kreuzt oder ein zerbrochener Spiegel – Vorboten des nahenden Unglücks, wenn man dem Mythos Glauben schenkt. Oder ist das alles doch nur Humbug?


Keineswegs. Die Angst vor der Zahl 13 ist in unserem Alltag tief verwurzelt. Viele Hotels haben keinen 13. Stock und auch kein Zimmer mit dieser Nummer. Manche Fluglinien lassen sogar die Sitzreihe 13 aus. Auch Salvatore Lecalzi aus Völklingen hält es für möglich, dass an einem Freitag, dem 13. das Unglück auf der Lauer liegt. Durch seine italienischen Wurzeln ist der 25-Jährige hier jedoch etwas vorbelastet: „In Italien und vor allem Sizilien sind die Menschen sehr abergläubisch und haben schon etwas Angst vor diesem Tag.“ Er selbst jedoch würde heute nicht ängstlich durch die Straßen gehen – selbst wenn ihm eine schwarze Katze begegnet. „Bis jetzt ist mir an einem Freitag, den 13. noch nichts Schlechtes passiert“, sagt er.

Für reinen „Quatsch“ dagegen hält die Riegelsbergerin Melanie Herzog den Aberglauben zu diesem angeblichen Unglückstag. Das Problem sei eher in den Köpfen der Menschen zu suchen, sagt sie: „Leute, die an einen solchen Mythos glauben, sind automatisch vorsichtiger unterwegs. Sie rechnen jederzeit damit, dass etwas passieren kann, und dann passiert es auch.“ In ihrer Vorstellung existiert so etwas wie einen Unglückstag nicht. Und deshalb fragt sie auch erstaunt: „Es gibt wirklich Menschen, die daran glauben?“



Karin Dittlinger aus Fischbach ist ebenfalls nicht abergläubisch und weiß meistens auch nicht, wann dieser spezielle Freitag überhaupt vor der Tür steht – bis sie es aus den Medien erfährt, sagt sie und lacht. „Ich mache mir aus diesem Tag nichts. Aber habe auch keine Probleme damit, wenn andere Menschen daran glauben.“ Ob ihr an einem Freitag, den 13. je etwas Schreckliches passiert ist, wollten wir von ihr wissen. „Wie man’s nimmt“, antwortet sie: „An einem Freitag, dem 13. ist meine Oma nach langer Krankheit gestorben. Klar ist es schrecklich, wenn ein geliebter Mensch stirbt. Aber in der Situation war es auch etwas Positives für sie und die Familie, denn sie musste nicht mehr leiden.“

Wer an einem Freitag, den 13. sich vor Angst nicht mehr vor die Tür traut, der leidet vielleicht unter „Paraskavedekatriaphobie“ – der medizinische Fachbegriff über die Angst vor dem Unglückstag. Ein Zungenbrecher, den man kaum fehlerfrei aussprechen kann. Genauso wie die „Triskaidekaphobie“ – die abergläubische Angst vor der Zahl 13, die früher im Volksmund auch „Dutzend des Teufels“ genannt wurde.

Dass Unfälle am Freitag, den 13. passieren können, weiß Renate Maderer aus Heusweiler-Hirtel nur zu gut. Sie arbeitet in Willys Rostwurstbude vor dem Baumarkt und erinnert sich sofort und noch sehr genau an diesen einen speziellen Tag: „An einem Freitag, den 13. habe ich den Wasserhahn in der Rostwurstbude aufgedreht und im Arbeitstreiben dann vergessen ihn wieder zuzudrehen“, erzählt sie. Es kam was kommen musste: Plötzlich stand die kleine Rostwurstbude unter Wasser. Ob das jedoch wirklich etwas mit diesem Unglückstag zu tun hatte, bezweifelt die Heusweilerin jedoch. „Eigentlich glaube ich nicht daran, aber ich bin an dem Tag schon etwas vorsichtiger“, sagt sie. Irgendwie sei der Gedanke zur Vorsicht an einem Freitag, den 13. in ihrem Hinterkopf verankert, ob sie will oder nicht.

Darüber muss Klemens Blass aus Heusweiler-Obersalbach nur lachen. Ihm sei noch nie etwas an einem Freitag, den 13. passiert und er glaube auch nicht an den Mythos vom Unglückstag, sagt er. Außerdem könne der Tag gar nicht so schlecht werden, da für heute schönes Wetter gemeldet sei. „Aber wer weiß, vielleicht spielt die Band am Püttlinger Kulturbahnhof ja deswegen heute Abend schlechter als sonst“, sagt Blass und lacht.

Auch Willy Christmann aus Heusweiler kümmert sich wenig um den heutigen angeblichen Pechtag. „Ob heute nun was positives oder negatives passiert, ist doch reiner Zufall“, sagt er. Er könne sich auch an kein schlechtes oder schönes Ereignis am Freitag, den 13. erinnern, sagt er: „Auch nicht an einen Lottogewinn, das wüsste ich noch.“

Salvatore Lecalzi glaubt schon an den Unglückstag Freitag, der 13.
Salvatore Lecalzi glaubt schon an den Unglückstag Freitag, der 13. FOTO: Andreas Engel
Melanie Herzog hält den Aberglaube für „Quatsch“.
Melanie Herzog hält den Aberglaube für „Quatsch“. FOTO: Andreas Engel
Willy Christmann: „Wenn heute was passiert, dann ist das Zufall“.
Willy Christmann: „Wenn heute was passiert, dann ist das Zufall“. FOTO: Amdreas Engel / Andreas Engel
Clemens Blass und Renate Maderer haben unterschiedliche Ansichten.
Clemens Blass und Renate Maderer haben unterschiedliche Ansichten. FOTO: Andreas Engel
Karin Dittlinger weiß oft nicht. wann Freitag, der 13. überhaupt ist.
Karin Dittlinger weiß oft nicht. wann Freitag, der 13. überhaupt ist. FOTO: Andreas Engel