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Jacques sagt, was man nicht mehr sagen darf

Jacques sagt, was man nicht mehr sagen darf

Das von Götz Hartmann geleitete Symphonieorchester Saar-Lorraine sowie die Mezzosopranistin Antoniella Jana traten beim Neujahrskonzert in Heusweiler auf. Um die Comedy kümmerte sich Detlev Schönauer.

Für die Gemeindeverwaltung Heusweiler beginnt das neue Jahr nicht mit politischen Reden, sondern mit einem klassischen Konzert, gepaart mit Comedy . Für die Musik sorgt seit sechs Jahren das von Götz Hartmann geleitete Symphonieorchester Saar-Lorraine sowie die Mezzosopranistin Antoniella Jana. Um die Comedy kümmert sich Detlev Schönauer , der dabei gern in die Rolle seiner Kunstfigur Jacques' Bistro schlüpft.

Diese Art Neujahrskonzert kommt prächtig an. So lauschten am Sonntagnachmittag rund 200 Besucher der Musik und erfreuten sich am "Dummgeschwätz" von Schönauer, der im Orchester die Oboe spielt und den "Messieursdames aus Heusidiweiler" die Musik auf seine Art erklärte. Im ersten Teil des Programmes begeisterte das Orchester mit dem Johann Strauß-Walzer "Rosen aus dem Süden" sowie mit Werken aus der Johann Strauß-Operette "Die Fledermaus", die als Höhepunkt der goldenen Operettenära gilt. Herausragend dabei der Czardasz "Klänge der Heimat", überragend gesungen von Antonietta Jana. Wer sich mit Johann Strauß nicht so gut auskannte, für den war Schönauers Moderation auch nicht besonders hilfreich - dafür aber um so komischer. Beispiel: "Ohne Johann Strauß gibt es kein Neujahrskonzert. Ich glaub, vor Johann Strauß gab's noch gar kein Neujahr, denn was hätten die damals spielen sollen?"

Und die "Fledermaus" erklärte Jacques' Bistro so: "Das ist eine Verwechslungskomödie mit mehr Seitensprünge als Akte. Jeder macht mit jedem rum auf einem promillehaltische Ball. Allgebott wird gesoff, am Schluss lande all im Knast, das passt sehr gut in die Saarland."

Nach der Pause stand die Georges Bizet-Oper "Carmen" auf dem Programm. Dazu Jacques' Bistro: "Ihr kennt bestimmt die Geschicht von die mannstoll Carmen. Die war ein Stigg, was alle Männer die Köpfe verdreht und sie dann falle lasst wie eine heiße Grumbeer. Einer lasst sich das aber nit gefalle, ein sau-sau stolzer Spanier. Der sticht am Schluss das Luder nieder, während nebenan in die Arena ein Stier dasselbe Schicksal ereilt."

Und als das Publikum nach über zwei Stunden stürmisch Zugaben forderte und sie mit dem Dance Bohème ("Zigeunertanz") auch bekam, da erklärte Schönauer dieses Stück so: "Zigeunertanz darf man ja nicht mehr sagen. Das ist politisch unkorrekt. Wie Mohrenköpfe. Das darf man alles nicht mehr sagen. Und wie lang wir noch unseren Führerschein haben, weiß ich nicht."