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Interessengemeinschaft Pro Lummerschied (IGPL) hat gute Ideen

Kommunalpolitik : Bürgersinn verbessert Lummerschied

Eine Interessengemeinschaft macht sich Gedanken gegen Raser und für mehr Verkehrssicherheit. Das trägt Früchte.

„Frag nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst“, sagte einst US-Präsident John F. Kennedy. Die Interessengemeinschaft Pro Lummerschied (IGPL) hält sich offenbar an diese Empfehlung. Denn weil die IGPL bei ihrem Bestreben um mehr Verkehrssicherheit im Kutzhofer Ortsteil Lummerschied immer wieder an behördlichen Auflagen scheiterte, nimmt sie die Sache jetzt selbst in die Hand. Der IPGL-Vorsitzende Bernd Hoffmann stellte das Verkehrskonzept und die Aktivitäten der Interessengemeinschaft jetzt im Kutzhofer Ortsrat vor.

Die IGPL besteht seit 2014. Ihre Ziele sind die Verschönerung des Ortes und der Landschaft, der Erhalt der Ortskultur, die Stärkung des Zusammenlebens und die Verkehrssicherheit. Zwei Projekte dazu ließen sich bisher wegen behördlicher Vorgaben noch nicht verwirklichen: der gewünschte Fußgängerüberweg in der Köllertalstraße und der Verkehrskreisel an der unfallträchtigen Straßenkreuzung zwischen Wahlschied, Illingen und Lummerschied.

Wie Hoffmann sagte, kümmert sich die IGPL jetzt selbst um mehr Verkehrssicherheit auf der fast schnurgeraden, langen Köllertalstraße. Um die Autofahrer darauf aufmerksam zu machen, dass dort Kinder auf dem Weg zur Schule sind, wurden acht Warnfiguren, sogenannte „Street-Buddies“, angeschafft und aufgestellt. „Sie stehen alle auf Privatgelände“, sagte Hoffmann.

Außerdem kauft sich die IGPL eine Geschwindigkeitsmesstafel. „Die Anlage hat einen Antiraser-Effekt und ist eine Maßnahme, die den Verkehr einbremsen wird“, sagte Hoffmann. Denn die Messtafel zeigt dem Autofahrer nicht nur seine Geschwindigkeit an, sondern kann auch Warnhinweise aufzeigen und die Autos zählen. „Das wird uns in Sachen Zebrastreifen in der Köllertalstraße weiterhelfen“, hofft Hoffmann. Die wartungsfreie Anlage arbeitet mit Solarstrom und soll an mehreren Stellen im Dorf aufgestellt werden. 2000 Euro hat sie gekostet.

Hoffmann verwies auf weitere Aktivitäten der IGPL. So will sie einen turnierfähigen Bouleplatz an der Tennisanlage bauen, Ruhebänke aufstellen und eine Tischtennisplatte installieren. Die IGPL zählt derzeit 140 Mitglieder und finanziert sich aus den Beiträgen.

 An dieser Stelle soll ein Verkehrskreisel angelegt werden, geht es nach der Interessengemeinschaft Pro Lummerschied  (IGPL).
An dieser Stelle soll ein Verkehrskreisel angelegt werden, geht es nach der Interessengemeinschaft Pro Lummerschied  (IGPL). Foto: Freddy Dittgen

Dem Ortsrat gefielen die Aktivitäten der IGPL so gut, dass Helmut Peters (SPD) forderte, die IGPL aus dem Ortsratsbudget zu unterstützen. Ortsvorsteher Michael Jakob (CDU) war ebenfalls dazu bereit und wollte über den Vorschlag von Peters abstimmen lassen. Doch Horst Saar (Linke) blockierte dieses Vorhaben. Er wies darauf hin, dass dem Ortsrat in den Verwaltungsunterlagen kein Beschlussvorschlag unterbreitet worden sei. „Und laut KSVG können wir ohne Beschlussvorschlag keine Abstimmung durchführen“, sagte Saar.
 Hier irrt Saar allerdings. Wie Bürgermeister Thomas Redelberger (CDU) auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte, kann ein Ortsrat jederzeit zu einem Tagesordnungspunkt einen Beschlussvorschlag in der Sitzung formulieren und darüber abstimmen.