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Interessengemeinschaft macht sich für lebenswertes Lummerschied stark

Auszeichnung für Interessengemeinschaft : Sie machen Lummerschied lebenswerter

Interessengemeinschaft aus Heusweiler freut sich über den Landessieg beim Deutschen Nachbarschaftspreis.

Aus über 900 Bewerbungen und 107 nominierten Projekten für den Deutschen Nachbarschaftspreis 2020 hat es die Interessengemeinschaft Pro Lummerschied (IGPL) geschafft: Eine Expertenjury hat den Verein zum Landessieger  gekürt. Damit ist die IGPL eines von deutschlandweit 16 ausgezeichneten Projekten. Die Arbeitsplätze außerhalb, Supermärkte auf der grünen Wiese, diese Entwicklung führt bei fast allen Dörfern zum gleichen Problem: Die ursprüngliche Infrastruktur der Orte wurde kaum noch genutzt. Nacheinander schlossen Bäcker, Metzger, Lebensmittelläden, Gaststätten und Bankfilialen.

Doch für viele Orte kamen außer dem Verschwinden der Landwirtschaft noch weitere Probleme hinzu. Fängt die Infrastruktur eines Dorfs erst an zu bröckeln, ist der Abwärtstrend kaum noch aufzuhalten: Wer keine Einkaufsmöglichkeiten bieten kann, kann auch seine Bewohner nicht halten und schon gar keine neuen hinzugewinnen.

Um diesem Trend entgegenzusteuern, schlossen sich im April 2014 engagierte Einwohner von Lummerschied zusammen und gründeten im damals noch geöffneten Gasthaus Dorfkrug die IGPL. Von Anfang an waren die Ziele klar definiert, sagt der Vorsitzende des Vereins, Bernd Hoffmann. „Wir wollen erreichen, dass in unserem 680 Einwohner zählenden Ort das Vereinsleben aktiviert, die Dorfgemeinschaft gestärkt und bestehende Missstände beseitigt werden.“ Nach sechs Jahren kontinuierlicher Arbeit erhielt die IGPL für das bisher gezeigte soziale und gemeinnützige Engagement jetzt den Lohn: den Landessieg beim  Wettbewerb der Stiftung „nebenan.de“. Der Preis ist mit 2000 Euro dotiert. „Das Geld können wir gut gebrauchen“, meint Hoffmann. Denn neben den vielen Projekten, die in den vergangenen Jahren abgearbeitet wurden, gebe es noch viel zu tun. So haben sich die Aktivisten von Pro Lummerschied nun den Verkehr auf die Agenda gesetzt. Die IGPL will sich für Lärmschutzmaßnahmen entlang der Autobahn, den Bau eines Kreisverkehrs am Unfallschwerpunkt Kreuzung L 265/ L 266 und für einen Fußgängerüberweg einsetzen und die Sportanlagen ertüchtigen. Ferner wollen sich die Lummerschieder für den „Rückbau“ der RAG-Schachtanlage starkmachen, dem eher ungeliebten Wahrzeichen des Ortes.

Wer sich die Bilanz der vergangenen sechs Jahre anschaut, der weiß, dass die IGPL es ernst meint und zupacken kann mit ihren 140 Mitgliedern. Das sind 20 Prozent aller Lummerschieder Einwohner. So wurden Ruhebänke aufgestellt beziehungsweise renoviert, ebenso der Dorfbrunnen. Der frühere Dorfkrug wurde zu einem Dorfgemeinschaftshaus umfunktioniert, und der Dorfplatz wurde mit Unterstützung der „Agentur ländlicher Raum“ so verändert, dass er seinen Namen wieder verdient.

Übrigens ist das Dorfgemeinschaftshaus am jedem ersten Freitag im Monat für alle Bürger geöffnet. Betrieben wird der Treffpunkt von der Lummerschieder Vereinsgemeinschaft aus IGPL, Turn- und Sportverein, Obst- und Gartenbauverein und Feuerwehr.

„Wir sind auch für den mit 10 000 Euro dotierten Publikumspreis nominiert und freuen uns über jede Stimme“, sagt Vorstand Bernd Hoffmann. Die Abstimmung endet am 20. Oktober. Wer für Lummerschied stimmen möchte: Hier ist der Link.


 www.nachbarschaftspreis.de/de/doerfliches-zusammenleben/