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Maklerin gibt Auskunft: Immobilienpreise im Köllertal steigen leicht

Maklerin gibt Auskunft : Immobilienpreise im Köllertal steigen leicht

Einfamilienhäuser werden pro Jahr um drei bis fünf Prozent teurer. Der Renner sind ältere Anwesen mit reizvollen Grundstücken.

  Während in der Landeshauptstadt die Immobilienpreise doch deutlich erkennbar gestiegen sind (die SZ berichtete), steigen sie im Köllertal moderat: Der Immobilienverband Deutschland (IVD), der Berufsverband der Makler, hat seine Zahlen ausgewertet und zu einem Preisspiegel zusammengefasst. Der enthält auch Angaben für das Köllertal.

Maklerin Sigrid Müller (65) aus Heusweiler hat an dem Marktbericht mitgewirkt und uns die Immobilientrends für das Köllertal herausgearbeitet. Demnach steigen in allen Bereichen die Preise. Einfamilienhäuser im Köllertal werden, legt man diese Auswertung zugrunde, pro Jahr um drei bis fünf Prozent teurer, was allerdings deutlich unter den Zuwächsen anderer Regionen des Saarlandes liege. „Die Nachfrage der in Luxemburg arbeitenden Menschen hat zwischen Perl und Merzig die Preise enorm ansteigen lassen“, sagt Müller. Trotzdem sei die Entwicklung im Köllertal aus Maklersicht gut.

„Riegelsberg ist nicht mehr teurer als Heusweiler“, ergänzt sie. Die Preise in den beiden Kommunen seien auf gleichem Niveau.

Ein freistehendes Einfamilienhaus mit Garage und normal großem Grundstück koste in beiden Orten bei gutem Zustand um die 200 000 Euro. Der Zustand sei „gut“, wenn das Haus in guter Lage stehe, die Bausubstanz in Ordnung sei und das Haus über Bad, WC, Gäste-WC, Zentralheizung und rund 150 Quadratmeter Wohnfläche verfüge. An diesem Standard orientiert sich der Preisspiegel, der natürlich vielfältige Abweichungen zulasse. Trotzdem sei ein Trend erkennbar, und der zeige weiterhin landesweit auf steigende Preise.

Neubaugebiete gebe es kaum noch, die Renner seien daher ältere Bestandsimmobilien mit reizvollen Grundstücken. Es gibt aber auch weniger gesuchte Grundstücke: „In den neueren Neubaugebieten sind die Parzellen klein, jedes Haus steht drei Meter von der Grenze weg, man wohnt im Ergebnis eng aufeinander. Als gebrauchte Immobilien sind diese Häuser daher nicht so gefragt“, sagt Müller.

Andererseits gebe es alte Häuser mit viel Fläche. Diese zu kaufen und zu sanieren, sei sehr angesagt. Problematisch sei die Preisentwicklung sicher für die, die jetzt vom Unwetter betroffen waren. „Die Kunden merken sich das“, meint Müller. Außerdem gebe es ein Überschwemmungskataster des Landesamtes für Umwelt- und Arbeitsschutz, das jetzt sicher wieder verschärft werde.

Bei den Mieten sei „wenig im Markt“, also nur relativ wenige Wohnungen zu vermieten – jedenfalls auf den ersten Blick, auf den zweiten Blick könnte es anders aussehen: „Ich habe für Heusweiler heute gerade mal sieben Angebote im Internet gefunden. Aber das Angebot muss größer sein“, vermutet die Maklerin. Denn das Bestellerprinzip (der neue Grundsatz, dass der Vermieter den Makler zahlen muss) verhindere in vielen Fällen, dass ein Makler beauftragt wird (sprich: viele Vermieter geben selbst Anzeigen auf oder suchen sich auf andere Art ihre Mieter). „Damit entfällt aber auch die Beratung des Mieters“, so Müller, die nicht an eine Wohnungsnot im Köllertal glaubt, denn: „Die Kunden sind recht wählerisch. Das wäre anders, wenn das Angebot wirklich schmal wäre.“

Bei den Ladenmieten sei Riegelsberg inzwischen, nach Abschluss der Baustellen, auf gutem Kurs, Heusweiler auch. Probleme gebe es in Püttlingen durch die Baumaßnahmen insbesondere in der Ortsdurchfahrt: „Der Immobilienmarkt leidet da direkt massiv“, sagt die Maklerin. Unterm Strich könne man aber sagen: Mieten für Läden und Büros seien im Köllertal unverändert stabil.