Im zweiten Satz wie abgerissen

Gut gespielt, fast zwei Sätze dominiert, dann aber doch verloren: Die Volleyballerinnen des TV Holz verkauften sich im Halbfinale des Saarlandpokals gegen den TBS Saarbrücken mehr als teuer.

Holz. Die ProWin Volleys des TV Holz haben im Saarlandpokal-Halbfinale eine Überraschung knapp verpasst. Vor rund 90 Zuschauern verlor der Regionalligaaufsteiger gegen den neuen Drittbundesligisten TBS Saarbrücken nach großem Kampf mit 1:3. Holz, das in Bestbesetzung spielte, begann spektakulär, führte den nur mit sieben Spielerinnen angereisten Drittligisten im ersten Satz regelrecht vor und gewann mit 25:17. Auch im zweiten Satz dominierte Holz lange. Mittelblockerin Steffi Höwer, Neuzugang vom VSG Saarlouis, konnte nach Belieben schalten und walten, machte in den ersten beiden Sätzen mit krachenden Angriffen 12 direkte Punkte, so dass ein Zuschauer staunte: "Die hat Salz wie eine Sau." Mit einem dieser gewaltigen Angriffschläge erzielte Höwer, die am Spieltag 28 Jahre wurde, das 22:19, und der TV Holz sah wie der sichere Sieger im zweiten Durchgang aus.Doch dann schlichen sich erste Fehler ins Holzer Spiel: Lena Zewe schlug eine Angabe ins Netz, 22:20. Lena Zewe und Michelle Grandinetti behinderten sich bei der Annahme, 22:21. Ein Block der überragenden Gästespielerinnen Jessica Krick und Maike Herrmann brachte das 22:22. Die Holzer Außenangreiferin Bea Blaß schmetterte von links ins Aus 22:23. Dann wird Blaß beim Angriff geblockt, 22:24. Und als Zuspielerin Lena Zewe einen Ball für Doro Altmeier schlecht stellte, war der Satz mit 22:25 verloren. "Wenn wir diesen Satz nach Hause gebracht hätten, hätten wir das Spiel gewonnen", haderte der Holzer Trainer Bernd Zewe.

Im dritten Satz hatte sich der Gästeblock auf Höwer eingestellt, während die TBS-Angreiferinnen Krick, Herrmann und Christina Alles dem TV Holz die Bälle um die Ohren fetzten. Souverän gewannen die Gäste die Sätze drei (25:20) und vier (25:19). Weil der geplante TBS-Trainer Tim Steil aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung steht und Co-Trainerin Nicole Surkovic Libero spielte, half Joachim Riemenschneider, Ex-TBS-Trainer zu Zweitligazeiten, auf der Bank aus. Sein Fazit: "In dieser Zusammensetzung hat die Mannschaft noch nie gespielt. Deshalb haben wir uns am Anfang das Leben selbst schwer gemacht. Erst als wir unsere Größenvorteile ausspielten, haben wir das Spiel beherrscht."

Holz' Trainer Bernd Zewe war voll des Lobes über den Drittligisten: "Der TBS hatte einen sehr guten Block, sehr gute Angreiferinnen und eine überragende Annahme. Wir haben im Block zu wenig entgegengesetzt." Geburtstagskind Steffi Höwer sagte: "Wir haben zu viele vermeidbare Eigenfehler gemacht. In entscheidenden Situationen hat uns der notwendige Biss gefehlt." "Wir haben zu viele vermeidbare Eigenfehler gemacht."

Geburtstagskind Steffi Höwer

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