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Im Verein daheim

Der Eiweiler Ortsvorsteher Richard Wachall an der Vogelsborn Kapelle. Foto: Andreas Engel
Der Eiweiler Ortsvorsteher Richard Wachall an der Vogelsborn Kapelle. Foto: Andreas Engel FOTO: Andreas Engel
Eiweiler. Die Zeiten, in denen die Gemeinde alles bezahlt, sind längst vorbei. Der Eiweiler Ortsvorsteher Richard Wachall geht daher auch andere Wege, wenn es um das Finanzieren von Projekten geht. Schon seine Zeit als Vorsitzender der Vereinsgemeinschaft hatte für eine gute Vernetzung im Ort gesorgt. Fredy Dittgen

Kommunalpolitisch gesehen ist Richard Wachall (CDU ) ein Spätberufener. Erst im Alter von 63 Jahren wurde er zum Ortsvorsteher gewählt, zuvor war er politisch nicht aktiv gewesen. Doch Wachall hatte sich 22 Jahre lang als Vorsitzender der Eiweiler Vereinsgemeinschaft um alle Vereine - und somit auch um die Mehrzahl der Bürger - gekümmert, besaß hervorragende Kontakte und war durch seinen Beruf als Verkaufsleiter ein "Verhandlungsprofi". Beste Voraussetzungen also, um im Juli 2014 Nachfolger des nicht mehr kandidierenden Hermann Bär zu werden.



Doch Wachall war damals skeptisch: "Ich bin mit Bauchweh an die Sache herangegangen. Aber jetzt muss ich sagen, dass es keine falsche Entscheidung war." Die Arbeit als Ortsvorsteher mache ihm Spaß, sei zu einem Hobby geworden. Spaß mache es, weil Wachall erkennt, dass es im Ort in einigen Bereichen voran geht. Ein paar Beispiele: Nachdem sich jahrzehntelang nichts am alten Rathausplatz tat, steht die Sanierung jetzt kurz vor der Vollendung. Der Spielplatz an der Glück-Auf-Halle wird ebenfalls bald saniert sein. Der Fußballverein erhält in zwei Jahren endlich einen Naturrasenplatz und mit dem "Hootzemonnweg" erhielt Eiweiler einen attraktiven Wanderweg.

Richard Wachall liebt seinen Wohnort, in dem er seit 40 Jahren lebt. Was gefällt ihm an Eiweiler am besten? "Die dörfliche Atmosphäre", sagt er. Ihm gefalle aber auch, dass Eiweiler durch sein Industriegebiet sehr modern sei, aber gleichzeitig auch mit touristischen Attraktionen punkten könne. Wie dem Hootzemonnweg, der Vogelsbornkapelle oder der Großwaldbrauerei.

Sorgen mache ihm allerdings der Fortbestand des Café Catolica: "Das ist ein Kommunikationszentrum der Kirchengemeinde, das vor allem von älteren Menschen genutzt wird. Es wäre schade, wenn das einmal verloren geht." Zumal niemand wisse, was mit der Kirchengemeinde passiert: "Man hat den Eindruck, dass das Bistum nicht mehr 100 Prozent hinter uns steht", so Wachall. Deshalb sei es für ihn die größte Herausforderung, einen Treffpunkt für ältere Menschen zu schaffen.

Eine Großaufgabe sei es auch, dass alle Eiweiler Vereine erhalten bleiben, denn: "Das gesellschaftliche Leben wird hauptsächlich durch unsere Vereine gestaltet." Wachall betont: "Wir brauchen keine Leute, die sagen ‚Ich will', sondern Leute die sagen: ‚Was kann ich tun, damit wir das, was wir wollen, erreichen.' Denn wir können unsere Problem nur gemeinsam lösen."

Wachall betont außerdem, dass Bevölkerung und Ortsrat eng zusammen stehen müssen: "Je stärker man hinter dem Ortsrat steht, umso größer sind die Erfolgsaussichten bei Verwaltung und Gemeinderat." Um Ziele zu erreichen, tut Wachall sehr viel: "Ich bin immer erreichbar, bohre dicke Bretter und setzte mich für alles, was sinnvoll ist, ein." Beispiel Spielplatz Großwaldhalle: Weil die Kommune nicht genug Geld hatte, um das von Eiweiler erstellte Konzept umzusetzen, startete Wachall einen Spendenaufruf und diverse Spendenaktionen . Mehrere Tausend Euro kamen zusammen, der Spielplatz kann wie gewünscht gebaut werden. Wachall glaubt zu wissen, wie Kommunalpolitik heute geht: "Die goldenen Zeiten sind vorbei, wo die Gemeinde alles bezahlt hat. Heute muss man kluge Lösungen finden und versuchen, die Bürger auf diesem Weg mitzunehmen."

Zum Thema:

Zur Person Richard Wachall ist 65 Jahre alt, verheiratet und hat ein Kind. Der pensionierte Verkaufsleiter im Außendienst bei der Firma Philipp Morris gehört seit 2009 der CDU an und wurde im Juli 2014 durch den Ortsrat zum Ortsvorsteher gewählt. Richard Wachall ist Mitglied in allen Eiweiler Vereinen. Seine Leidenschaft gehört dem Fußball. dg