Hundehasser vergiften über 30 Hunde im Raum Saarbrücken

Kostenpflichtiger Inhalt: Regionalverband : Über 30 Hunde haben Gift gefressen

Hundehass bringt in Heusweiler im Laufe zweier Jahre mindestens 13 Hunden den Tod, 20 mussten in die Tierklinik.

Wie sich nach unserer Berichterstattung über drei vergiftete Hunde in Heusweiler herausstellte, ist der Fall noch deutlich umfangreicher, als zunächst gedacht: Offenbar geht es in Heusweiler um 13 im Laufe von zwei Jahren bekannt gewordene Fälle, in denen Hunde an Gift gestorben sind, 20 weitere mussten in Tierkliniken behandelt werden.

Die Heusweiler Naturschutzbeauftragte Margarete Blasen kümmert sich seit Jahren um Tiere in Not und betreut seit längerem auch im eigenen Haus mehrere Hunde. Gemeinsam mit dem Hundehalter Martin Zimmer aus Heusweiler-Dilsburg hat sie Flugblätter aufgehängt, auf denen vor Giftködern gewarnt wird (wir berichteten). Viele Hundehalter wenden sich deshalb an Margarete Blasen und berichten von verdächtigen Beobachtungen oder auch direkt von Vergiftungen. Margarete Blasen erklärt: „In den letzten beiden Jahren habe ich 33 Meldungen erhalten. 13 Hunde starben an Giftködern, 20 konnten noch in Tierkliniken gerettet werden.“ Hinzu komme, dass auch Wildtiere von vergiftetem Futter gegessen haben könnten.

Vergiftetes Hundefutter? Eine Spaziergängerin entdeckte an einem Feldweg im Bereich Heusweiler-Numborn, entlang der Autobahn, einen blauen, mit Hundefutter gefüllten Fressnapf, der halb hinter einem Baumstumpf versteckt war. . Foto: RED

In der vergangenen Woche meldete ihr eine Spaziergängerin, dass sie in Heusweiler-Numborn, an einem Feldweg entlang der Autobahn, eine verdächtige Futterstelle gefunden habe. In einem blauen Napf lag Hundefutter, der Napf war hinter einem Baumstamm versteckt. Margarete Blasen brachte den Napf zur Ortspolizei,die ihn an die Polizeiwache in Heusweiler witerreichte. Dort konnte man bei einer genaueren Begutachtung jedoch nichts außer dem Futter erkennen, heißt es seitens der Wache.

Eine genauere Untersuchung müsste in einem Fachlabor durchgeführt werden und würde die Finderin 800 Euro kosten. Deshalb hat die Polizei den Napf entsorgt. „Aber man muss sich schon fragen“, so Blasen, „warum jemand Hundefutter im Wald versteckt.“

Ihr Engagement wird ihr oft nicht gedankt. So stellt sie regelmäßig fest, dass die Flugblätter abgerissen werden. Sie berichtet auch von einem besonders krassen Fall von Hundehass, der sich vorige Woche am Rewe-Markt in Heusweiler zugetragen hat. Dort las eine Frau das Flugblatt; Margarete Blasen vermutete, dass sich eine Hundehalterin informieren wollte und sprach sie an. Die Antwort war erschütternd: „Die Frau sagte, sie habe keinen Hund, aber es müssten noch viel mehr vergiftet werden“, so Blasen.

In Heusweiler zeigt sich eine extreme Häufung vergifteter Hunde. Über Heusweiler Hinaus wurde der Polizei in den vergangenen Wochen auch aus dem Raum Püttlingen ein vermutlich vergifteter Hund gemeldet. Und am Samstag, 19. Oktober, hatte ein Hund an einem Wegrand im Wiesental zwischen Dudweiler und Herrensohr Giftköder gefressen und war daran gestorben. Bei diesem Giftköder hatte es sich um Fleischstücke gehandelt, die mit mit grün-blauen Körnern versetzt waren. Ein Strafverfahren wurde eingeleitet.

Hinweise auf weitere Fälle in Heusweiler: Die Heusweiler Naturschutzbeauftragte Margarete Blasene ruft alle Spaziergänger im Bereich Heusweiler dazu auf, die Augen offen zu halten und Verdächtiges zu melden. Kontakte: Gemeinde Heusweiler, Tel. (0 68 06) 91 10 oder Margarete Blasen, Tel. (0 68 06) 7 88 31 oder (01 51) 14 15 60 14.

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