Kostenpflichtiger Inhalt: Giftköder ausgelegt : Hunde-Hasser in Heusweiler – Mehrere Tiere an Gift verendet

Unter Tierfreunden wächst die Angst vor dem nächsten Köder am Straßenrand. Ein Warner bekam auf seine Flugblatttaktion eine widerliche Antwort.

In den vergangenen Wochen sind in Heusweiler und Umgebung vermehrt Giftköder ausgelegt und dadurch auch Hunde vergiftet worden. Mindestens zwei haben diese Köder aufgenommen und sind verendet. Zur Sprache kamen die Vorfälle in der jüngsten Sitzung des Heusweiler Ortsrates. Wie Ortsvorsteher Helmut Maas (CDU) sagte, hatte sich Mitte September eine Frau aus der Holzer Straße im Ortsteil Dilsburg an ihn gewandt und berichtet, dass sie mit ihrem Hund im Dilsburger Gewerbegebiet auf dem Pfarrer-Ruf-Weg unterwegs war. Der Hund fraß etwas, das am Wegrand lag, musste später wegen Erbrechen und Blut im Stuhl in eine Tierklinik gebracht werden, wo der Arzt ihn retten konnte. 2400 Euro musste die Hundehalterin für die Rettung ihres Tieres bezahlen.

Ulrich Steinrücken (NÖL) sagte, im Ortsteil Kutzhof und am Heusweiler Sender hätten Hunde Giftköder geschluckt und seien verendet. Das sei kein rein lokales Problem, sondern betreffe ganz Heusweiler. Auch eine Bürgerin, die Gast in der Sitzung war, bestätigte dies: Im Ortsteil Holz habe am Eingang zum Fröhnwaldweg auf einer Schranke ein Hundebild mit der Aufschrift „Ich hasse euch“ geklebt.

Die Taten scheinen sich auf Heusweiler zu beschränken, jedenfalls sind beim Ordnungsamt der Stadt Saarbrücken sowie in Saarbrücker und Völklinger Polizeidienststellen keine aktuellen Fälle aktenkundig.

Zwei Heusweiler Hundehalter warnen inzwischen mit Flugblättern, die sie an etlichen Stellen im Ort aufgehängt haben, andere Hundebesitzer.

Einer der beiden Tierhalter, Martin Zimmer aus Heusweiler-Dilsburg, sagte der Saarbrücker Zeitung, dass er seinen Hund, eine neunjährige Beagle-Dame, bereits im Dezember vorigen Jahres fast verloren hätte. Damals aber konnte ein Tierarzt das Tier noch retten. Vor wenigen Wochen jedoch fraß Zimmers Hündin im Gewerbegebiet Dilsburg erneut einen vergifteten Köder und musste eingeschläfert werden.

Zimmers Flugblattaktion wurde ihm nicht gedankt: „Nachdem die Flyer hingen, fand ich Tüten mit menschlichen Exkrementen in meinem Garten“, berichtet er. Zimmer informierte auch die Gemeindeverwaltung Heusweiler.

Bürgermeister Thomas Redelberger sagte der SZ, dass er gemeinsam mit Ordnungsamtsleiter Klaus Thinnes die Hundehalter, die von Giftködern erzählt hatten, aufgesucht habe. „Die Gemeinde kann leider nur informieren. Hundebesitzer sollen aufpassen, dass ihre Hunde beim Gassigehen an der Leine bleiben und nichts fressen“, sagte Redelberger. Außerdem solle jeder die Augen aufhalten.

Wer etwas Verdächtiges bemerkt, sollte umgehend die Heusweiler Gemeindeverwaltung informieren. Kontakte: Die Gemeinde Heusweiler ist erreichbar unter Telefon (0 68 06) 91 10. Hundeschützer Martin Zimmer hat die Telefonnummer (01 76) 48 37 96 82.

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