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Holzer Ortsrat kritisiert Bürgermeister

Mit Neubaugebiet geht’s nicht voran : Statt Häusern wächst das Unkraut

Holzer Ortsrat ist verärgert, weil es mit dem Neubaugebiet auf dem Sportplatz am Westfeld nicht vorangeht.

Wie mehrfach berichtet, sollen auf dem Gelände des ehemaligen Holzer Sportplatzes am Westfeld 20 Einfamilienhäuser gebaut werden. Die Pläne entwickelte das Heusweiler Bauamt. Weil sich abzeichnete, dass es Probleme bei der Ableitung des Schmutz- und Regenwassers geben wird, musste ein Regenrückhaltebecken eingeplant werden. Dieses Becken ist offenbar der Grund, dass sich am Sportplatz so gut wie noch gar nichts getan hat.

Das ehemalige Clubhaus des mittlerweile mit dem SV Wahlschied fusionierten SV 05 Holz steht immer noch – und ist mit hässlichen Graffiti verschmiert. Auch die alte Verkaufsbude, die Flutlichtmasten und die Tore stehen noch. Eine Sportplatzumrandung und die Bandenwerbung an der Westseite des Spielfeldes, ein paar Sträucher vor dem Clubheim sowie die Überdachung des Clubheimvorplatzes sind entfernt worden. Auf der ehemaligen Spielfläche wachsen Sträucher und Pflanzen.

Dabei hatte Bürgermeister Thomas Redelberger (CDU) noch im Februar angekündigt: „Die Leute können wahrscheinlich noch im Spätherbst dieses Jahres anfangen zu bauen.“ (Saarbrücker Zeitung vom 3. Februar 2018). Redelbergers Aussage von damals führte jetzt zu Verärgerung im Holzer Ortsrat. Wie Ortsvorsteher Jan Paul (SPD) sagte, werde er ständig von Bauwilligen gefragt: „Wann geht es denn endlich los? Wir wollen dort wohnen und Klarheit haben.“ Paul fragte im Rathaus nach und erhielt die Auskunft, das Regenrückhaltebecken hätte „neu dimensioniert“ werden müssen. Der Gemeinderat hätte für die Kapazität dieses Beckens ein 20-jähriges Regenereignis zu Grunde gelegt. „Die dafür erforderlichen Dimensionen werden derzeit berechnet“, sagte Paul.

Deshalb halte man es im Bauamt durchaus für möglich, dass die für das Becken ursprünglich vorgesehen Fläche noch etwas vergrößert werden müsse. Zum aktuellen Zeitplan sagte das Bauamt, dass die neuen Unterlagen dem Holzer Ortsrat im Januar oder Februar 2019 vorgestellt werden. Ende Februar rechnet man damit, dass der Heusweiler Gemeinderat die Offenlegung der Pläne beschließen kann. Die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange könnte dann im kommenden März folgen. Mit dem Satzungsbeschluss zum Inkrafttreten des Bebauungsplans sei im Mai 2019 zu rechnen.

 Parallel dazu werde „die Ausführungsplanung für die Erschließungsplanungen ausgearbeitet“, so dass im Juni 2019 die Vergabe der Erschließungsarbeiten vorbereitet werden könne. Mit den Bauarbeiten könnte dann im Herbst 2019 begonnen werden. Dann könnten auch die Grundstücke vergeben werden. Ende 2019 könnten dann die Kaufverträge abgeschlossen und zu Beginn 2020 die ersten Häuser gebaut werden. Jan Paul äußerte Verständnis für die Verzögerung: „Es kommt immer zu Unwegsamkeiten in so einer Sache. Es ist halt ganz wichtig, dass ein Regenrückhaltebecken richtig dimensioniert wird.“

Doch der SPD-Sprecher Sascha Mund sah das anders. Er bezog sich auf den SZ-Bericht über Redelbergers Prognosen vom 3. Februar und meinte sarkastisch: „Nur zwei Jahre später als geplant soll jetzt Baubeginn sein. Das ist doch fantastisch. Ich werde auch ständig von Leuten angesprochen und kriege diesen Artikel um die Ohren geschlagen.“ Und in Richtung des Bürgermeisters sagte Mund: „Bevor man so etwas behauptet, sollten zuerst mal Fakten geschaffen werden.“