| 20:54 Uhr

Favorit verliert beim Aufsteiger
Holz verzweifelt an der Lebacher „Gummiwand“

Svenja Zapp vom TV Lebach (im schwarzen Trikot am Netz beim Schlag) punktet gegen den Block ihres Ex-Vereins TV Holz mit Addysen George und Tina Alles (in grünen Trikots, von links).
Svenja Zapp vom TV Lebach (im schwarzen Trikot am Netz beim Schlag) punktet gegen den Block ihres Ex-Vereins TV Holz mit Addysen George und Tina Alles (in grünen Trikots, von links). FOTO: Achim Thiel / Thiel Achim
Holz. Der Volleyball-Drittligist kassiert beim Aufsteiger eine 1:3-Niederlage. Am Sonntag kommt Waldgirmes zum Topspiel. Von Lucas Jost

Knapp 600 Zuschauer bekamen in der randvollen Sporthalle in Lebach ein tolles Saarderby in der 3. Volleyball-Liga zwischen dem TV Holz und dem TV Lebach geboten. Sie wurden Zeuge von umkämpften Ballwechseln, emotionsgeladenem Spiel und sahen einen überraschenden Sieger. Dass der TV Lebach dem Favoriten TV Holz nicht nur Paroli bieten kann, bewies er bereits bei der 1:3-Niederlage im Hinspiel. Dass die Mannschaft von Trainer Philipp Betz auch in der Lage ist, gegen den Favoriten zu gewinnen, zeigte sie am Sonntag beim 3:1-Sieg.



„Erwartet hat das niemand“, sagt die stellvertretende Spielführerin des TV Lebach und ehemalige Holzerin Svenja Zapp. Für Gästetrainer Ralf Dodler ist die Niederlage „so ärgerlich wie jede andere, weil unnötig. Da würde ich nicht unterscheiden zwischen Saarderby und einer anderen Niederlage“. Schmerzhaft ist die Niederlage für seine Mannschaft insbesondere, weil sie einen herben Rückschlag im Kampf um den Aufstieg bedeutet.

Der Plan von Betz, den Holzer Angriff im Aufbau zu stören, sollte aufgehen. Doch seine Mannschaft tat sich zu Beginn des Spiels schwer mit dem hochgewachsenen Block der Gäste. Die Holzerinnen setzten sich mit 13:8 ab. Alles schien den erwarteten Lauf zu nehmen. Doch der TV Lebach kam mit jedem Ballwechsel besser in die Partie - und glich zum 16:16 aus. „Monsterblock“, tönte es durch die Halle, nachdem Katharina Hanke einen Holzer Schmetterball zum 24:22 verwandelt hatte. Das bedeutete zwei Satzbälle für ihre Mannschaft. Ein Fußfehler sicherte Lebach schließlich Satz eins.

Den Grundstein für den Satzausgleich sicherte Tina Alles mit einer Aufschlagserie. Der TV Holz führte mit 4:0. Beim 15:7 für die Gäste hatte Betz schon beide Auszeiten genommen. Sie zeigten keine Wirkung. Per Ass sorgte Alica Zimmer für eine Neun-Punkte-Führung (19:10). Ein Doppelblock von Jessica Keller und Haley Kindall brachte den Punkt zur 23:12-Führung und ebnete endgültig den Weg für den 25:12-Satzgewinn. Wer nun glaubte, der Aufstiegskandidat dominiere die Partie, sah sich getäuscht. Der TV Holz produzierte viele Fehler und brachte seine Diagonalangreiferinnen zu selten in aussichtsreiche Positionen. Auch einfache Punkte durch die Mitte gelangen zu selten. „Ausschlaggebend war die Annahme. Lebach hat stark aufgeschlagen, wir haben schlecht angenommen“, kritisiert Dodler. Der Aufsteiger gewann den dritten Satz mit 25:16.

Und der TV Lebach gab auch im vierten Durchgang keinen Ball verloren, reihenweise warfen sich die Spielerinnen auf den Boden, um verloren geglaubte Bälle nur Zentimeter vor dem Boden zu retten und im Spiel zu halten. Die Lebacher „Gummiwand“ brachte gefühlt jeden Ball zurück über das Netz. Über 7:4, 15:11 und 19:14 bahnte sich die Sensation an. „Eins… zwei…“ hallte es bei jedem Lebacher Ballkontakt von den Rängen. Zum 24:18 standen die Zuschauer auf und brüllten ihre Mannschaft nach vorne. Ein weiterer Holzer Fehler besiegelte die Niederlage für den Tabellenvierten und ließ die Heimmannschaft in Jubelstürme ausbrechen.

„Wir müssen erst mal das Ergebnis verdauen, aber es ist ein Spiel wie jedes andere, das wir abhaken müssen“, sagt die Holzerin Michelle Grandinetti, die am kommenden Sonntag um 16 Uhr in der Sporthalle der Friedrich-Schiller-Schule den Tabellendritten TV Waldgirmes erwartet, der einen Punkt mehr hat. Ihre Ex-Mitspielerin Zapp erklärt: „Es war natürlich eine besondere Situation, nochmal gegen die Mannschaft zu spielen. Aber das Ergebnis hat mich nur darin bestärkt, dass es richtig war, wieder nach Lebach zurückzuwechseln. Weil wir so sehr als geschlossene Mannschaft gespielt haben. Sonst wäre der Sieg auch nicht möglich gewesen.“