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So wird das Wetter
Hitze und Blitze im Köllertal

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Die gewitteranfällige Wetterlage setzt sich fort. Verantwortlich dafür ist zum einen eine stabile Hochdruckzone, die von Island über Skandinavien bis Osteuropa reicht und somit für eine vollständige Blockade der atlantischen Frontalzone sorgt. Von Jörg Hoffmann

Zum anderen liegen wir an der Südflanke des Hochs vorderseitig eines umfangreichen Höhentiefkomplexes über Westeuropa, der schubweise immer wieder feucht-labile und schwüle Mittelmeerluft ansaugt. Durch diese seit Wochen gleiche Strömungsanordnung können die Höhentiefs nicht weichen und regenerieren sich immer wieder. Deswegen herrschen innerhalb Deutschlands derzeit große Kontraste zwischen einem ungewöhnlich trockenen und heißen Norden und Osten sowie einem schwül-gewittrigen Westen und Süden. Dabei ist es in dieser Woche in manchen Regionen zu heftigen Unwettern mit Sturzfluten gekommen. Eine schwache Höhenströmung verhinderte, dass die Gewitter weiter zogen, wodurch einige Orte enorme Wassermassen abbekamen.


Nachdem sich Hoch Uwe nach Osteuropa verlagert hat, nahm sein Nachfolger Vinicius inzwischen den Platz über Skandinavien ein. Tief Wilma liegt weiterhin über Frankreich, seine Ausläufer haben mit einem kräftigen Gewitter in der Nacht zum Feiertag im Köllertal ordentlich Krawall gemacht. Auch zum Start in den meteorologischen Sommer liegen wir in einer Tiefdruckrinne bei nur geringen Luftdruckgegensätzen in dampfiger Saunaluft, so dass alle Wettersysteme nahezu ortsfest bleiben. Wenigstens am Sonntag und Montag ist uns kurzzeitig eine Verschnaufpause von den Gewittern vergönnt.

Heute sorgt ein über Deutschland ziehender Tiefausläufer bei wechselnder bis starker Bewölkung für starke, teils mit Blitz und Donner durchsetzte Regengüsse. Bei 20 bis 22 Grad gehen die Temperaturen etwas zurück. Der Samstag zeigt sich teils wolkig, teils heiter mit gewittrigen Schauern, die bis zum Abend nachlassen. Mit Höchstwerten um 23 Grad ist es schwül-warm. Nach Abzug der Tiefdruckrinne wird am Sonntag und Montag der Einfluss von Hoch Vinicius stärker, so dass es sonnig mit nur harmlosen Quellwolken wird und es trocken bleibt. Die Höchstwerte liegen am Sonntag um 25 Grad, am Montag bis 28 Grad. Ab Dienstag greifen neue Höhentiefs aus Südwesteuropa auf Deutschland über, die Luft wird feuchter. Bei einem sommerlichen Mix aus Sonne und Quellwolken bei 23 bis 27 Grad muss erneut mit Schauern und Gewittern mit örtlicher Unwettergefahr gerechnet werden.