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Unwetter im Köllertal
Hilfe! Heusweiler und Eiweiler saufen ab

Unwetter in Heusweiler, 11.6.2006, Fußgängerbrücke über den Köllerbach zum Marktplatz gegen 13.30 Uhr, im Hintergrund ein Saarbahnzug. Foto: Marco Reuther
Unwetter in Heusweiler, 11.6.2006, Fußgängerbrücke über den Köllerbach zum Marktplatz gegen 13.30 Uhr, im Hintergrund ein Saarbahnzug. Foto: Marco Reuther FOTO: Marco Reuther / SZ / Marco Reuther
Heusweiler. Sintflutartiger Regen stoppt auch die Saarbahn. Der Köllerbach ist plötzlich ein Fluss. 300 Helfer kämpfen gegen die Fluten.

Gegen 13.20 Uhr am Montag öffnet der Himmel seine Schleusen. Unglaubliche Regenmassen stürzen innerhalb weniger Minuten auf Heusweiler hinab, teils mit Hagel garniert. Der sonst ruhige Köllerbach schwillt bedrohlich an und wird zum Fluss, der Kreisel am Hirtenbrunnen und die Straße am Saarbahnbahn-Haltepunkt Heusweiler Markt stehen zentimeterhoch unter Wasser, auch aus einem Gulli auf dem Marktplatz sprudelt das Wasser. Bei der Polizei-Inspektion Köllertal gehen allein bis 14.20 Uhr, als der Spuk zwischenzeitlich zu Ende scheint, zehn Notrufe ein, vor allem aus Heusweiler und Eiweiler. Doch auch danach reißt das Sirenengeheul der Rettungsfahrzeuge nicht ab – die Freiwillige Feuerwehr Heusweiler ist im Dauereinsatz, ebenso das Technische Hilfswerk und die Polizei.


Und schließlich überfluten die Wassermassen auch die Saarbahngleise. Gegen 15 Uhr meldet Saarbahn-Sprecherin Ulrike Reimann, dass die Bahnen nur noch ab und bis zur Haltestelle Walpershofen/Etzenhofen fahren. Wer weiter will Richtung Heusweiler und Lebach, guckt in die Röhre. Kurz vor 16 Uhr eine neue Meldung: Die Saarbahn fährt derzeit nur von/bis zur Haltestelle Riegelsberghalle. Später ist schon am Siedlerheim in Saarbrücken Endstation. Gegen 19.15 Uhr sind wieder Fahrten bis Riegelsberg-Güchenbach möglich. Und ab 20 Uhr soll es einen Schienenersatzverkehr mit Bussen geben. Selbst die Autobahn 8 muss  gesperrt werden, die Autofahrer stecken im Stau fest. Und da Feuerwehr, Polizei und THW im Dauereinsatz sind, ist es – verständlicherweise – schwer, Verantwortliche ans Telefon zu bekommen.

Unwetter: Überflutete Straßen in Heusweiler FOTO: BeckerBredel

Das Lagezentrum ist in einer Feuerwehr-Garage an der Eiweiler Großwaldhalle eingerichtet – in die Halle selbst läuft das Wasser ebenfalls hinein. Gegen 17.20 Uhr bekommen wir den Heusweiler Bürgermeister Thomas Redelberger im Lagezentrum ans Telefon. Er schildert: Etwa 300 Helfer von Feuerwehr, THW und Bauhof Heusweiler sind im Einsatz, die Feuerwehren aus dem ganzen Regionalverband haben Hilfe geschickt. Es gibt etwa 120 Einsatzstellen, darunter mehrere Schwerpunkte. Schwer hat es wieder die Leute am Hommersbach, Matthias- und Winterscheidstraße getroffen. Auch in Eiweiler heißt es „Land unter“, dort ist das Wasser vom Großwald über den Sportplatz hinunter geschossen. Die Wassermassen haben inzwischen zwar ein wenig abgenommen, doch nicht sehr viel. Und, so gegen 17.30 Uhr der Bürgermeister, „es sieht nicht so aus, als ob es aufhört“ – laut Wetterbericht drohen weitere Regenmassen, und das Heulen der Sirenen geht weiter.

(me)