Hier finden Tiere ein Zuhause

Heusweiler. Tierbetreuung ist Vertrauenssache, das weiß Kathrin Bach aus eigener Erfahrung, denn bei ihr zu Hause leben über 70 Tiere. Meerschweine, Kaninchen, Hunde, Katzen, ein ganzer Schwarm Vögel und sogar zwei Esel, zum Teil aus schlechter Haltung, haben in der restaurierten historischen Neumühle Dilsburg ein neues zu Hause gefunden

Heusweiler. Tierbetreuung ist Vertrauenssache, das weiß Kathrin Bach aus eigener Erfahrung, denn bei ihr zu Hause leben über 70 Tiere. Meerschweine, Kaninchen, Hunde, Katzen, ein ganzer Schwarm Vögel und sogar zwei Esel, zum Teil aus schlechter Haltung, haben in der restaurierten historischen Neumühle Dilsburg ein neues zu Hause gefunden. Dazu kümmert sich die Tierexpertin auch um "fremde" Tiere, wenn die Herrchen und Frauchen in den Urlaub wollen, gehandicapt oder beruflich stark eingebunden sind. Dabei können die Tiere entweder vorübergehend in die Mühle ziehen oder gleich zu Hause im gewohnten Umfeld betreut werden. "Für Katzen beispielsweise bedeutet es sehr großen Stress, in eine neue, ungewohnte Umgebung umzuziehen - auch wenn es nur für kurze Zeit ist. Deshalb kümmere ich mich um Stubentiger am liebsten in den vier Wänden ihrer Besitzer. Bei der Gelegenheit gieße ich auf Wunsch die Blumen, fahre die Mülltonne vor die Tür oder lasse Rollläden hoch und runter", sagt die 41-Jährige, die schon als kleines Mädchen einen Narren an Tieren gefressen hat. "Die Mühle ist mein Elternhaus, und schon früher hatten wir viele Tiere. Ich bin mit Pferden, Kühen, Schafen, Schweinen und Geflügel aufgewachsen und habe mich immer gerne mit ihnen beschäftigt." Ihr restliches Wissen in Sachen Tierbetreuung und -pflege hat sie sich bei Praktika in Tierarztpraxen und beim Saarbrücker Zoo angeeignet.Gerade vor den Ferien melden sich viele kleine und große Gäste bei der zweifachen Mutter an, wobei auch kranke, besonders alte oder junge Tiere willkommen sind, die in anderen Tierbetreuungen häufig abgelehnt werden. Zu ihren Gästen zählte neben einem zehn Wochen alten, quietschlebendigen Yorkshire-Terrier-Welpen auch schon eine 17-jährige Hundedame, die nicht mehr sah und hörte. Zwinger oder "Abschieberäume" gibt es in der Mühle übrigens nicht. "Gerade Hunde und Katzen werden in unseren normalen Alltag während ihres Aufenthalts voll integriert und finden genügend Auslauf in unserem großen Garten."Dass die Vier- oder Zweibeiner bei Kathrin Bach gut aufgehoben sind, hat sich inzwischen schon weit über die Grenzen des Saarlandes herum gesprochen. "Einmal klingelte das Telefon, und ein Mann aus Frankfurt fragte, ob ich sein Meerschweinchen aufnehmen würde. Er hatte mich übers Internet entdeckt", erzählt die Heusweilerin. So geht es ihr häufig: Leute schaffen sich Tiere an, die ihnen irgendwann zu viel werden und die sie dann weggeben. "Viele Tierbesitzer denken nicht an die Kosten, die nach der Anschaffung entstehen."Manchmal sind die Anfragen sehr außergewöhnlich. "Erst kürzlich rief ein Schweinebauer aus der Nähe an und fragte, ob ich in seiner Abwesenheit die Tiere auf seinem Hof betreuen würde. Ob was daraus wird, steht allerdings noch nicht fest." bub

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