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Bürgermeisterwahl in Heusweiler
Er will mehr Tempo für größere Projekte

 Stefan Schmidt.
Stefan Schmidt. FOTO: Andreas Engel
Heusweiler. Stefan Schmidt ist für die SPD im Rennen um das Bürgermeister-Amt in Heusweiler. Von Marco Reuther

Bringt ein Gymnasiallehrer Qualifikationen für das Amt des Bürgermeisters mit? „Man erfährt schon so einiges über  Probleme der jungen Leute“ – und darum gehe es als Bürgermeister ja auch: das Lösen von Problemen, sagt Stefan Schmidt. Der SPD-Kandidat im Kampf ums Bürgermeisteramt in Heusweiler hat auch Politik fürs Lehramt studiert, dabei sei es unter anderem um kommunale Steuerungsmodelle gegangen, was er nutzen will. Der 34-Jährige hat mit seiner Lebensgefährtin kürzlich das Haus der verstorbenen Großmutter in Heusweiler saniert und ist dann quasi nahtlos in den Wahlkampf gewechselt, möchte beim „Klinkenputzen“ mindestens 95 Prozent aller rund 8700 Heusweiler Haushalte erreichen.


Im Ort geht es ihm mit größeren Projekten zu langsam. Etwa das zwei, drei Jahre nach dem Hochwasser von 2009 entwickelte Hochwasserkonzept, Grundlage für die Rückhaltebecken in Berchweiler und Dilsburg – die müssten nun endlich gebaut werden. Auch solle Geld in den Haushalt eingestellt werden, um Bachläufe regelmäßig zu reinigen, damit das Wasser ungehindert abfließen kann –, „als ich 2004, 2005 meinen Zivildienst beim Heusweiler Umweltamt gemacht habe, ‚durfte’ ich noch die Bachläufe reinigen“, sagt Schmidt lachend, „aber das gibt es heute nicht mehr.“

Und wie sieht’s aus mit den Geschäften im Zentrum? Schmidt denkt an ein mit dem ÖPNV eng verknüpftes Modell, wie es bereits in der Westpfalz praktiziert werde: Zusätzliche Busse bringen – nicht zuletzt ältere – Menschen aus Ortsteilen, in denen es keine Einkaufsmöglichkeiten gibt, zum Einkaufen ins Zentrum. Wo harpert’s seiner Ansicht nach? Teils bei der Nachmittagsbetreuung an Grundschulen. Die Entwicklung des ehemaligen Freibadgeländes habe zu lange gedauert. Dann die Pläne zur Modernisierung des Dorfgemeinschaftshauses mit Feuerwehrgerätehaus in Kutzhof: „Schon 2010 ein Antrag der SPD“, sagt er, „und schon seit den letzten beiden Doppel-Haushalten der Gemeinde durchfinanziert.“ Und das kleine Neubaugebiet auf dem ehemaligen Holzer Sportplatz: „2017 sollte es fertig sein.“



Schmidt würde in der Verwaltung gerne, ähnlich wie bei Unternehmen, eine Art Projektmanagement einführen, „mit klaren Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten“, um die Dinge schneller voranzutreiben, „auch in Sachen Gewerbegebiete: Fast wöchentlich höre ich von Firmen, die gerne erweitern würden“. Konkret sieht er die Möglichkeit für ein neues Gewerbegebiet in Richtung Lebach gegenüber dem Laminatepark in Eiweiler.

Wie sind die Haustür-Gespräche bisher verlaufen? Es sei, so Schmidt,  eine spannende Zeit, und es werde auch honoriert, wenn man von Haus zu Haus geht. Unschöne Sprüche habe er sich bisher jedenfalls nicht anhören müssen.