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Trendwende? – In Heusweiler gibt es wieder mehr Kinder. Das bedeutet aber auch, dass die vor einigen Jahren geschlossenen Grundschulen bald schmerzlich vermisst werden.: Heusweiler Grundschulen sind bald zu klein

Trendwende? – In Heusweiler gibt es wieder mehr Kinder. Das bedeutet aber auch, dass die vor einigen Jahren geschlossenen Grundschulen bald schmerzlich vermisst werden. : Heusweiler Grundschulen sind bald zu klein

Mehr Geburten, Zuzug und Familienzusammenführung: Es gibt wieder mehr Kinder in der Gemeinde

Die Geburtenzahlen steigen, anerkannte Asylsuchende lassen ihre Familien nachkommen, in Heusweiler locken neue Wohngebiete Familien mit Kindern an – all das führt dazu, dass nicht nur die Kindergärten in Heusweiler bald aus allen Nähten platzen, auch in den Grundschulen wird es sehr eng. Das wurde mit neuem Zahlenmaterial in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates belegt. Stefan Groß vom Schulamt der Gemeinde brachte es auf den Punkt: „Ab dem Schuljahr 23/24 wird in Heusweiler und Eiweiler ohne Baumaßnahmen kein Unterricht mehr möglich sein.“

Nach den aktuellen Zahlen müssen im Schuljahr 2023/24 in der Grundschule Heusweiler und deren Zweigstelle in Eiweiler 19 Klassen unterrichtet werden, im Schuljahr 2025/26 sogar 20 – derzeit sind es 14. Und mindestens bis zum Jahr 2033 werde die Zahl der benötigten Klassensäle deutlich über 14 liegen. In der Grundschule Heusweiler stehen momentan aber nur elf Klassensäle und der Musiksaal zur Verfügung. Eine bauliche Erweiterung sei dort nicht mehr möglich, auch weil der Schulhof viel zu klein sei.

Die Zweigstelle im Ortsteil Eiweiler verfügt derzeit über vier Klassensäle und einen Musikraum. Im Untergeschoss sind die Freiwillige Ganztagsschule und die Schulbibliothek untergebracht. Ein weiterer Raum wird vom Musikverein benutzt. Um den Unterricht aufrecht erhalten zu können, müssten – jedenfalls nach den derzeitigen Vorrausberechnungen – bis zum Schuljahr 2022/23 die Räume der Nachmittagsbetreuung, der Schulbibliothek und des Musikvereins wieder in Klassensäle umgewandelt werden. Die Ganztagsschule müsste dann in die derzeit leerstehende Hausmeisterwohnung umziehen.

Man könne auch das Schulgebäude verbreitern oder den Musiksaal in Richtung Jahnstraße erweitern. Denkbar wäre es zudem, die Turnhalle in Klassensäle umzubauen; der Turnunterricht müsste dann in die Großwaldhalle verlagert werden.

In der Grundschule Holz stehen zehn Klassensäle, ein Musikraum und ein Werkraum zur Verfügung. Nach den Prognosezahlen bleiben in dieser Schule immer acht Klassensäle mit durchschnittlich 26 bis 28 Schülern belegt. Sollten durch die Neubaugebiete am Westfeld und in der Blumenstraße noch mehr Kinder diese Schule besuchen, müsste man den Musiksaal und den Werkraum zu Klassenräumen umbauen. Unbedingt erweitert werden müsse in Holz die Nachmittagsbetreuung. Bereits jetzt komme es dort zu enormen Platzproblemen.

Bürgermeister Thomas Redelberger (CDU) forderte den Gemeinderat deshalb auf: „Es gilt, wie bei den Kindergärten, über alles, was machbar ist, nachzudenken und in die Zukunft zu schauen.“ Das tat der Rat. Peter Reimann (SPD) sagte, man dürfe keine Denkblockaden aufbauen und müsse auch über einen Umbau von Hallen oder Ähnlichem nachdenken. „Wir müssen schnell in die Planungen einsteigen, auch weil es Zuschüsse gibt, wie es im Koalitionsvertrag geregelt ist“, betonte Reimann. Stephan Schmidt (SPD) regte an, das Untergeschoss im gemeindeeigenen Wohngebäude in der Dilsburger Straße 4 als Schulraum zu nutzen. Hans-Kurt Hill (Linke) ging noch weiter: „Auf Grund der vorhandenen Flächen, die in Eiweiler zur Verfügung stehen, sollte man dort auch mal über ein Schulzentrum mit integriertem Kindergarten nachdenken.“ Manfred Schmidt (CDU) bilanzierte: „Wir sind jetzt gefordert Lösungsvorschläge zu erarbeiten, um zu einem tragfähigen Konzept für die Heusweiler Grundschulen zu kommen.“

Treffen die prognostizierten Zahlen zu, dann wird die Heusweiler Grundschule spätestens 2033 nicht mehr genügend Platz bieten, doch eine Erweiterung sei nicht möglich, hieß es im Gemeinderat. Foto: Iris Maurer

Entscheidungen will man nach der Sommerpause angehen. Zuvor teilte Reimann noch eine Watsche aus: „Vor zehn Jahren wurden in der Gemeinde vier Grundschulen geschlossen. Ich hätte hier ein Eingeständnis von der CDU erwartet, dass das eine Fehlentscheidung war.“