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Heusweiler Gemeinderat will Windkraft aufhalten

Heusweiler Gemeinderat will Windkraft aufhalten

Noch bis März vorigen Jahres war die große Mehrheit des Heusweiler Gemeinderates dafür, dass Windräder auf dem Gemeindegebiet - vor allem in der Fröhn - gebaut werden können. Nur die FDP machte sich von Anfang an dagegen stark. Inzwischen scheint der Wind umgeschlagen: In der Sitzung am Donnerstag, 28. April, 18.30 Uhr, im Rathaus wollen CDU , SPD und FDP dafür sorgen, dass das Projekt der RAG Immobilien GmbH zum Scheitern gebracht wird.

Auf direktem Weg ist das nicht möglich, da der Rat keine Befugnis hat, einen Bau auf den Windkraft-Vorranggebieten abzulehnen. So versuchen es CDU und FDP - wie schon der Ortsrat Holz - indirekt mit einem gemeinsamen Antrag, die FFH-Gebiete im Saarland neu zuschneiden zu lassen. "FFH" steht für "Fauna/Flora-Habitat" ("Tier- und Pflanzen Lebensraum"). FFH-Gebiete sind spezielle europäische Schutzgebiete und Teil des "Natura 2000-Netzwerks". Darunter versteht man ein europäisches Netz aus zusammenhängenden Schutzgebieten für die heimische Natur. Sollte dieser Antrag tatsächlich alle Instanzen bis hin zu den europäischen Gremien passieren und umgesetzt werden, dann wäre es so gut wie unmöglich, in der Fröhn Windkraftanlagen zu bauen.

Zudem wird die SPD einen Offenen Brief an die Gemeinde Riegelsberg vorstellen und beraten lassen. In dem Brief wird die Riegelsberg aufgefordert, hinsichtlich der Bebauung des Fröhner Waldes mit Windkraftanlagen einen qualifizierten Bebauungsplan aufzustellen. Denn Riegelsberg habe vor, den Bau von Windkraftanlagen durch einen städtebaulichen Vertrag zu regeln. Ein qualifizierter Bebauungsplan lege dagegen den möglichen Bauherren ein paar Fesseln an: So werden die Höchstzahl, die Höhe und die Standorte der Windräder festgeschrieben. Dies gilt dann für alle Investoren, die nach der RAG vielleicht auch noch auf die Idee kommen könnten, Windräder zu errichten.