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Heusweiler Feuerwehr hat Schrumpfkur beendet

Immer weniger Löschbezirke : Heusweiler Wehr hat Schrumpfkur beendet

Zahl der Löschbezirke seit 2012 von zwölf auf sieben gesunken. Gründe waren Wehrleute-Schwund und Modernisierungs-Bedarf.

Noch im Juni 2012 gab es in der Gemeinde Heusweiler zwölf Löschbezirke und 309 aktive Feuerwehrmänner und -frauen. Seit August 2020 sind es nur noch sieben Löschbezirke (LBZ) und 250 aktive Feuerwehrleute, die Jugendwehr hat 46 Mitglieder (2012 waren es 39).

Trotz des Rückgangs der Löschbezirke und der Aktiven verfügt die Gemeinde Heusweiler immer noch über eine der größten Feuerwehren im Saarland. Im LBZ Mitte leisten 84 Feuerwehrleute Dienst. Im LBZ Ost sind es 41, im LBZ Wahlschied 29, im LBZ Obersalbach 27, im LBZ Holz 26, im LBZ Lummerschied 24 und im LBZ Berschweiler 19. Die gesetzlich vorgeschriebene Sollstärke ist in allen Löschbezirken erreicht. Verantwortlich für die Feuerwehr ist der Gemeindewehrführer, Hauptbrandmeister Christian Ziegler, der gleichzeitig auch stellvertretender Brandinspekteur der Feuerwehren im Regionalverband Saarbrücken ist. Seine beiden Stellvertreter sind Hauptbrandmeister Dirk Ziegler und Oberbrandmeister Stefan Meier. Der Wehrführer untersteht Bürgermeister Thomas Redelberger und berät ihn in allen feuerwehrtechnischen Angelegenheiten. Als Bindeglied zwischen Bürgermeister und Wehrführung fungiert in der Gemeindeverwaltung Feuerwehrsachbearbeiter Stefan Groß.

„Geschrumpft“ wird nicht erst seit gestern: Am 21. Juni 2012 wurde in Dilsburg der erste Löschbezirk der Gemeinde aufgelöst. Die damalige Löschbezirksführung hatte darum gebeten, weil die Sollstärke nicht mehr erfüllt wurde und so die Alarmbereitschaft nicht mehr gewährleistet war. Gemeindewehrführer Christian Ziegler betont jedoch, dass alle damaligen Mitglieder heute noch Dienst in anderen Löschbezirken tun. Am 16. Dezember 2013 folgte mit dem LBZ Niedersalbach die nächste Auflösung. Auch hier waren Tagesalarmbereitschaft, Hilfsfrist und Sollstärke nicht mehr gewährleistet, der LBZ war nur noch bedingt einsatzfähig.

Im Juni 2019 wurden die Löschbezirke Heusweiler, Hirtel und Eiweiler zum LBZ Heusweiler-Mitte vereint. Notwendig wurde der Zusammenschluss auch wegen der baulichen Zustände der Gerätehäuser in Heusweiler, Hirtel und Eiweiler. Ein Neubau in Hirtel löste diese Zustände in Richtung einer zukunftsorientierten und dem demografischen Wandel ausgerichteten Wehr. Und jetzt, im August, wurden die Löschbezirke Kutzhof und Numborn zum LBZ Heusweiler-Ost zusammengefasst. Grund dafür war ebenfalls die bauliche Situation der Gerätehäuser. Deshalb wird in Kutzhof, bei der Neugestaltung des Barbara-Ensembles, ein neues Gerätehaus für den LBZ Ost gebaut, das dem neuen Löschbezirk vermutlich ab Dezember zur Verfügung steht. Das Zusammenlegen weiterer Löschbezirke ist, laut Redelberger, Ziegler und Groß, in naher Zukunft nicht geplant.

Der Löschbezirk Holz feierte, teils in historischen Uniformen, 2007 mit einem großen Umzug sein 100-jähriges Bestehen.   Foto: Andreas Engel
1954 wurde das Feuerwehrhaus in der Trierer Straße eingeweiht (Foto), 2019 erfolgte der Umzug nach Hirtel. Foto: Repro: Karlheinz Janson
Die Berschweiler Feuerwehr bei ihrer Gründung in den 1920er Jahren vor der damaligen Berschweiler Volksschule. Foto: Repro: Arbeitskreis Berschweiler (Heusweiler)/Repro:Arbeitskreis Berschweiler
Der Heusweiler Wehrführer Christian Ziegler. Foto: Freiwillige Feuerwehr Heusweiler

Das System „Freiwillige Feuerwehr“ stößt in manchen Gemeinden an seine Grenzen. Auf allen Ebenen wird daher an Konzepten gearbeitet, wie dort womöglich hauptamtliche Kräfte eingebunden werden können. Ist auch in Heusweiler an den Einsatz hauptamtlicher Feuerwehrleute gedacht? „Nein“, sagt Wehrführer Christian Ziegler. Die Wehrführung überwache und prüfe ständig die Einsatzfähigkeit.