Überflutung nach Starkregen: Heusweiler Bahnhof stand auch 1946 unter Wasser

Überflutung nach Starkregen : Heusweiler Bahnhof stand auch 1946 unter Wasser

Während die Menschen an Weihnachten des Jahres 1946 in der katholischen Pfarrkirche Mariä Heimsuchung in Heusweiler die Messe feierten, setzte draußen Starkregen ein, der Teile des Ortes überflutete.

Genau wie bei dem Unwetter vom 11. Juni 2018 waren tiefer gelegene Straßen und Häuser besonders betroffen.

Die neben dem Gebäude stehenden Container der Brunnen-Apotheke zeugen auch heute noch von den Folgen der Überschwemmung dieses Junitages. Das Wasser, das den Keller des Gebäudes überflutet hatte und zentimeterhoch im Apotheken-Verkaufsraum stand, hatte einen Schaden in sechsstelliger Höhe angerichtet. Zudem wurden auch in anderen Heusweiler Ortsteilen Häuser von dem Hochwasser geschädigt (die SZ berichtete).

Über die Ereignisse vor 72 Jahren gibt es wenige Berichte, da sich die Leute nach fünfeinhalb Jahren Krieg um einen Neuanfang kümmern mussten. An das Fotografieren solcher Ereignisse war überhaupt nicht zu denken, so dass uns keine Fotos vom Hochwasser 1946 vorliegen. Josef Weber, damals am Hirtenbrunnen wohnhaft, erinnert sich, dass der Metzger Peter Wirtz, Inhaber einer Metzgerei und eines Gasthaus am Hirtenbrunnen, Menschen mit einer „Muhle“ – einer Holzwanne – über überflutete Straßen transportierte. „Der gesamte Bereich war wegen Überschwemmung unpassierbar“, erzählt Weber 72 Jahre danach.

Walter Jung, Sohn des früheren Bahnhofsvorstehers Friedrich Jung und langjähriger Leiter des Ordnungsamtes im Heusweiler Rathaus, erzählte vor Jahren vom „schlimmen Hochwasser“ 1946, das die Diensträume des Bahnhofs überflutet habe. Seine Ehefrau Marianne berichtet, dass ihr Onkel „Samsel“ Reis, der ein großer, kräftiger Typ war, die Leute auf den Schultern über die überschwemmten Straßen getragen habe. „Bei diesem schlimmen Hochwasser hat das Wasser im Bahnhof bis zur Kellerdecke gereicht“, erinnert sie sich. Das Niveau des Kellers im Bahnhof liegt tiefer als der nicht weit davon vorbei fließende Köllerbach. Das heißt: das Gebäude steht in einem stark gefährdeten Hochwasserbereich.

Mehr von Saarbrücker Zeitung