Herzlicher Empfang für die Neue

Die „Neue“ ist schon mal eine gute Predigerin. Die Evangelische Kirchengemeinde Wahlschied/Holz empfing am Sonntag ihre neue Pfarrerin Anja Culmann herzlich.

Wenn Aufmerksamkeit ein hohes Gut ist, dann ist Pfarrerin Anja Culmann (29) reich. Voll besetzt war am Sonntag die denkmalgeschützte Dorfkirche in Wahlschied . Dr. Tobias Kaspari, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Riegelsberg-Güchenbach und Mentor von Culmann, übernahm deren feierliche Amtseinführung. "Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren ist", zitierte Kaspari gleich zu Beginn des Gottesdienstes aus dem Lukas-Evangelium. Um in diesem Kontext eine Frage zu formulieren, die Wahlschieder Christen offensichtlich beschäftigt: "Ist Wahlschied /Holz verloren?"

Pessimisten hätten das angenommen, sagte Kaspari, und er antwortet sich selbst: "Nein, denn Sie haben jetzt ja die neue Pfarrerin." Wenn auch nur mit einem Stellenumfang von 50 Prozent. Die andere Hälfte ihrer Arbeitszeit arbeitet Culmann in der evangelischen Kirchengemeinde Altenkessel. Für drei Jahre im Probedienst der neuen Geistlichen sei mit dieser Entscheidung die Zukunft der Pfarrstelle gesichert, sagte Kaspari. Und: "Die Pfarrerin darf sich selbst in dieser Zeit erproben." Es gehe darum, Traditionen zu bewahren, Neues auszuprobieren, gute Wege mit ganz unterschiedlichen Zielgruppen zu finden.

Gedanken, die Petra Brück vom Presbyterium und auch der katholische Geistliche der Pfarreiengemeinschaft Heusweiler, Stefan Trauten (er nahm in "gelebter Ökumene" am Einführungs-Gottesdienst aktiv teil) in ihren Grußworten vertieften. Beide erwarten sich gute Zusammenarbeit "in der Hoffnung, einen gemeinsamen Weg zu finden". Dann folgte im Gottesdienst die allererste Predigt von Pfarrerin Culmann.

In einem spannenden Vortrag entwickelte sie darin Gedanken von Schuld und Sühne, Verzeihen und Vergeben, vom Wert des menschlichen Daseins im Allgemeinen und im Kontext zu Gott. Musikalisch umrahmt wurde der Einführungs-Gottesdienst von Manfred Gerstner (Trompete), Martin Walter (Orgel) und dem Gesang der Gemeinde. Die nach dem Schlusssegen die Gelegenheit nutzte, die neue Pfarrerin persönlich zu begrüßen und ihr für die kommenden Jahre Glück zu wünschen.