Groko in Heusweiler? – Muss nicht sein, sagen die Stichwahl-Kandidaten

Stichwahl : Groko in Heusweiler? – Muss nicht sein

Stichwahl in Heusweiler: Beide Kandidaten für das Bürgermeisteramt beantworteten spontan ein paar Fragen. Beide können sich vorstellen, dass es im Rat auch ohne Mehrheits-Bündnis aus CDU und SPD gut läuft.

In Heusweiler gehen Amtsinhaber Thomas Redelberger (CDU, 52) und SPD-Herausforderer Stefan Schmidt (34) in die Stichwahl. Redelberger, vor seiner ersten Amtszeit Sozialarbeiter und Bewährungshelfer, holte im ersten Durchgang 48,4 Prozent, Gymnasiallehrer Stefan Schmidt 31 Prozent. Wir haben beide Kandidaten gebeten, spontane Antworten auf fünf Fragen zu geben. Frage eins lautet: „Stellen Sie sich vor, eine gute Fee würde Ihnen einen einzigen Wunsch für die Gemeinde Heusweiler erfüllen, welcher Wunsch wäre das?“  Schmidts Antwort kommt kurz und knapp wie aus der Pistole geschossen: „Dass wir wieder ein Schwimmbad haben.“ Redelberger sagt: „Stets ausreichend Geld in der Gemeindekasse“, dann schiebt er nach: „…um mit den Menschen ihre vielen guten Ideen umsetzen zu können“.

In Heusweiler werden – das ist Rekord im Regionalverband Saarbrücken – acht Parteien und Gruppierungen im neuen Gemeinderat sitzen, wie lässt sich damit umgehen? „Eine gute und offene Kommunikation macht alles leichter“, so Redelbergers Antwort. „Wechselnde Mehrheiten ist man im Heusweiler Rat ja schon lange gewöhnt“, schildert Schmidt, „und ich bin ohnehin eher ein Typ für Dialog und sachorientierte Arbeit“.

So verwundert es nicht, dass beide Kandidaten keine zwingende Notwendigkeit zu einer „Groko“ oder einem engen Bündnis zwischen CDU und SPD im Gemeinderat sehen (beide zusammen holten in der Kommunalwahl knapp 63 Prozent, die CDU 33,38, die SPD 29,22 Prozent). Schmidt: „Man muss einfach sehen, mit wem zusammen man bei bestimmten Themen eine sinnvolle Politik machen kann. Im Bereich Schulpolitik wohl nicht mit der CDU, die sich da modernen Auffassungen verschließt.“ Redelberger: „Die Parteien sollen sich gemeinsam zum Wohl und für die Weiterentwicklung unserer Gemeinde einsetzen“, am liebsten wäre ihm deshalb ein Zusammenarbeiten „mit allen demokratischen Parteien zusammen“ wobei er das Wort „demokratisch“ besonders betont.

Im neuen Heusweiler Gemeinderat wird auch die Wählergruppe „Bürger für Bürger“ vertreten sein, entstanden aus einer Protestbewegung gegen ein Gewerbegebiet, das im Ortsteil Wahlschied entstehen soll – wobei man nun offenbar eher „sollte“ schreiben muss.

Denn die Antworten beider Kandidaten legen nahe, dass das Gewerbegebiet vom Tisch ist. Redelberger sagt: „Ich werde davon Abstand nehmen, da weder die Gewerbetreibenden, noch die Menschen vor Ort, noch die Gemeinde damit in Zukunft glücklich würden – bei einer so großen Betroffenheit vor Ort macht das Weiterverfolgen des Projektes aus meiner Sicht keinen Sinn.“ Und Schmidt führt an, dass es eine Vorabprüfung vom Umweltministerium gebe, die unter anderem aus Artenschutzgründen „auf enorme Schwierigkeiten hinweist“, sollte man das Gewerbegebiet tatsächlich realisieren wollen. Das Verfahren (nicht die Umsetzung) solle man aber dennoch zu einem Ende bringen, damit endgültig geklärt sei, dass dort kein Gewerbegebiet hinkommt, „auch nicht in drei, vier, fünf Jahren“.

Zuletzt baten wir beide Kandidaten noch, den nachfolgenden Satz zu vervollständigen: „Wenn ich die Stichwahl gewinne, dann werde ich an diesem Abend … “ „zuerst ganz herzlich meine Frau und meinen Sohn umarmen“, so Redelberger, „die sind in letzter Zeit zu kurz gekommen.“

„… ordentlich feiern“, antwortet Schmidt, „und mit Freunden, Familie und Helfern anstoßen. – Und, ganz egal wie es ausgeht, auch Thomas Redelberger die Hand schütteln für den fairen Wahlkampf.“

Thomas Redelberger Foto: Redelberger. Foto: Redelberger
Stefan Schmidt Foto: Andreas Engel. Foto: Andreas Engel

Alles zur Stichwahl in Heusweiler am Sonntag ab 16 Uhr aktuell auf www.saarbruecker-zeitung.de.

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