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Zuflucht für verstoßene Tiere
Ehepaar Braun betreut Tiere, die niemand mehr will

Jutta und Lothar Braun feierten das zehnjährige Bestehen ihres Gnadenhofes in Eiweiler.
Jutta und Lothar Braun feierten das zehnjährige Bestehen ihres Gnadenhofes in Eiweiler. FOTO: Andreas Engel /
Eiweiler. Der Gnadenhof in Eiweiler feierte am Sonntag mit einem Tag der offenen Tür sein zehnjähriges Bestehen.

Der Gnadenhof Eiweiler feierte am Sonntag mit einem Tag der offenen Tür sein zehnjähriges Bestehen. Lothar Braun, der dieses Projekt mit Ehefrau Jutta gegründet hatte, war überwältigt von der Resonanz: „Unser Fest war ein voller Erfolg. Wir erfuhren sehr viel Interesse und Zuspruch!“ Unter den 1200 Besuchern waren mit Bürgermeister Thomas Redelberger, Staatssekretär Roland Krämer und dem Landestierschutzbeauftragten Dr. Hans-Friedrich Willimzik auch prominente Gäste.


Alle staunten darüber, was das Ehepaar Braun in den vergangenen zehn Jahren geschaffen hatte. Auf einem 25000 Quadratmeter großen Gelände verbringen 56 Nutztiere ihren Lebensabend. „Man sieht, mit wieviel Liebe die Brauns das alles arrangiert haben. Die Tiere sind artgerecht untergebracht, haben Platz, eine grüne Wiese und frisches Futter. Wunderbar“, sagte Claudia Lessing aus Lebach. Heidi Zimmer aus Heusweiler meinte: „So groß hätte ich mir das nicht vorgestellt.“ Alexander Heinz aus Eiweiler lobte: „Geil, was die Familie Braun alles macht. Hätten wir nur mehr solcher Leute.“ Astrid Hund aus Walpershofen: „Wir sind hierher gekommen, um was zu essen, was zu trinken und die Leute zu unterstützen. Das ist ja eine gute Sache.“

Bereitwillig erzählte Lothar Braun, wie alles angefangen hatte. 2007 hatten er und seine Frau zwei ältere Schafe vor dem Schlachter gerettet und auf ihrem Grundstück untergebracht. „Meine Frau hat den Wunsch geäußert, einen Gnadenhof anzulegen. Sowas gibt es ja kaum in Südwestdeutschland“, sagt Braun. Nachdem Jutta Brauns Wunsch in Erfüllung gegangen war, kamen immer mehr Anfragen, ob der Gnadenhof „nicht mehr genutzte Nutztiere“ übernehmen könne. „Für Hühner, Kaninchen, Ziegen und Schafe gibt es im Gegensatz zu Hunden und Katzen kein Tierheim. Dann landet das Nutztier im Schlachthof“, sagt Braun.



15 bis 20 Anfragen erhält der Gnadenhof pro Woche. „Leider können wir nicht jedes Tier vor dem Schlachter retten“, bedauert Lothar Braun. Der Gnadenhof nimmt auch Fundtiere auf. Braun erzählt, wie herzlos manche Tierbesitzer mit ihren Schützlingen umgehen, wenn sie nicht mehr gebraucht werden: „Wir haben im Wald schon Kaninchen und einen Hahn gefunden, die in Kartons ausgesetzt waren.“

Ein über das Job-Center angestellter Helfer sowie ein Freundeskreis unterstützen den Gnadenhof. Denn das Projekt geht ins Geld. Nicht nur Futter und Pflege, sondern auch der Tierarzt müssen bezahlt werden. „Alleine an Tierarztkosten kommen da im Jahr 8000 Euro zusammen“, berichtet Braun. Deshalb freut sich der Gnadenhof über jede Spende und auch über den Erfolg des Hoffestes.

Daran beteiligt waren viele ehrenamtliche Helfer, die eine Tombola, eine Kinderbelustigung und einen Flohmarkt organisiert hatten oder bei der Zubereitung und dem Verkauf von Essen und Getränken halfen. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Oldieband LWK aus Schmelz.

(dg)