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Bauernfest in Numborn
Tolle Tage für Tausende beim Bauernfest

Tausende Besucher kamen zum 10. Numborner Bauernfest – hier ein Foto von Samstag.
Tausende Besucher kamen zum 10. Numborner Bauernfest – hier ein Foto von Samstag. FOTO: Andreas Engel /
Numborn. Das war spitze: Riesiger Bauernmarkt, Oldtimer, Traktoren, Vorführungen und vieles mehr gab es in Numborn zu sehen. Von Andreas Engel

Wer in seinem Leben noch nichts von einem Ursus C 45 mit sage und schreibe 10,3 Litern Hubraum gehört hat – also ein Hubraum (Volumen, dass durch die Bewegung aller Kolben eines Motors verdrängt wird), fast so groß wie eine kleine Reise-Toilette – der konnte am Wochenende beim Jubiläumsfest des Bauernvereins Numborn etwas dazu lernen. Das alle zwei Jahre stattfindende Bauernfest-Spektakel, das wohl das größte seiner Art im Saarland sein dürfte, fand heuer schon zum zehnten Mal statt.


Zehntausende Besucher strömten an drei Tagen auf die Wiesen im beschaulichen Numborn, niemand sollte es bereuen, denn das Programm war wieder phänomenal vielfältig.

Der eigentliche Bauernmarkt mit entsprechenden Produkten aus der Region wie Honig, Obst, Gemüse oder leckeren Säften fand ebenso viel Beachtung wie die Präsentation rustikaler Handwerkstechniken, etwa Korbflechten oder von Hand Butter machen.



Klaus Reimann, pensionierter Steiger aus Berschweiler, ließ sich in den vergangenen Jahren noch kein Bauernfest durch die Lappen gehen. Der Besitzer mehrerer Oldtimer fand dort auch immer irgendwelche Ersatzteile oder auch Ideen, denn eine Oldtimer-Ausstellung mit Autos und Traktoren gibt es auch immer zu sehen. Wobei diesmal auch der oben erwähnte „Ursus C-45“ dabei war, ein robuster polnischer Traktor, der, als Nachbau des deutschen Lanz-Bulldog D 9506, von 1947 bis 1956 in verschiedenen Ausführungen gebaut wurde.

Neben den viel beachteten Oldtimern – so glänzte zum Beispiel eine elegante „Göttin“ DS aus dem Hause Citroën mit einem top restaurierten Porsche-Traktor um die Wette – nutzen Hersteller und Händler den Bauernmarkt auch immer, um ihre neuesten Produkte einer staunenden Schar von Laien und Fachleuten vorzuführen. Manche landwirtschaftliche Maschinen, fast so groß wie Häuser, können einem da schon beinahe Angst einjagen.

Traditionsgemäß tuckern auch immer Traktorfreunde aus der näheren und weiteren Umgebung auf die Numborner Wiesen, um unter den sich vor Apfellast biegenden Bäumen zu campieren.

Eine nicht allzu weite Anreise hatten die Schwarzenholzer Traktorfreunde. Von weiter her mussten ihre Trierer und Saarbrurger Kollegen anreisen. Adrian Eckard, Oliver Lück mit BruderNico und Lisa Hammer kamen auf einem Interkontinental Baujahr 1983 aus Bliesransbach nach „Nummere“, wie die Einheimischen ihr Dorf gerne nennen. „Das Gerät hat uns gewaltigdurchgeschüttelt“, gestand Chauffeur Adrian Eckhard.

Insgesamt zählten die Veranstalter vom Bauernverein mehr als 350 Traktoren, so viele, wie auch beim vorigen Bauernfest. Das zeige, dass das Fest an Anziehungskraft und Attraktivität nichts verloren habe, versicherte Christoph Dörr, Vorsitzender des Numborner Bauernvereins. Und noch etwas teilte er mit: „Auch 2020 wird es das Bauernfest geben, allen Unkenrufen zum Trotz.“

Alleine die acht Kettensägenkünstler nervten zuweilen den einen oder anderen Besucher. Zwar haben die Veranstalter die lautstarken Artisten schon etwas abseits platziert, dennoch übertönte das Kreischen der Motorsägen die Beschaulichkeit des rustikalen Festes. Trotzdem: Melanie Forster aus Heusweiler kommt mit ihrer Familie immer zum Bauernfest: „Das ist ein Rundumvergnügen für die ganze Familie!“

Nach einem Rundgang über das Festgelände machte sie sich dann auf den Weg zum nahen Herbstmarkt in Heusweiler. Wie Melanie Forster pendelten viele Besucher zwischen Heusweiler und Numborn, so dass sich der Einsatz eines Shuttelbusses durchaus hätte lohnen können. So sind die Leute eben mit dem Auto gefahren. Doch trotz der „Festpendler“ ist es irgendwie auch schade,  dass alle zwei Jahre Anfang September in Heusweiler zwei Großveranstaltungen „gegeneinander antreten“. Beide Feste an einem termin sei „Unfug“, so ein Lokalpolitiker, der beide Veranstaltungen seit lagem kennt, aber nicht namentlich genannt sein wollte.

Der Bericht zum Heusweiler Herbstmarkt folgt in der morgigen Ausgabe.

Armin Köhl kam mit seinem 67 Jahre alten Ursus aus Merzig: 
Armin Köhl kam mit seinem 67 Jahre alten Ursus aus Merzig:  FOTO: Andreas Engel /
Ein alter Landini aus Italien fährt an der Oldtimer-Traktorenausstellung vorbei.
Ein alter Landini aus Italien fährt an der Oldtimer-Traktorenausstellung vorbei. FOTO: Andreas Engel /
Adrian Eckard, Oliver und Nico Lück und Lisa Hammer kamen auf ihrem Traktor Interkontinental, Baujahr 1983, aus Bliesransbach.
Adrian Eckard, Oliver und Nico Lück und Lisa Hammer kamen auf ihrem Traktor Interkontinental, Baujahr 1983, aus Bliesransbach. FOTO: Andreas Engel /
Bereits am Freitagvormittag konnten Schüler unter anderem beim Schafscheren zusehen – hier mit Schafscherer Stefan Weidmann.
Bereits am Freitagvormittag konnten Schüler unter anderem beim Schafscheren zusehen – hier mit Schafscherer Stefan Weidmann. FOTO: Andreas Engel