Gewaltig auf Tempo gebürstet

Fast ein Wunder, dass es im Publikum keine Ohnmachtsanfälle gab, dann so manch einer bekam vor Lachen kaum noch Luft: Die Komödie Holz begeisterte mit „Doppelt leben hält besser“ um einen bigamistischen Taxifahrer.

Die Komödie Holz hat mit ihrem neuen Stück "Doppelt leben hält besser" - aus der Feder des zeitgenössischen englischen Autors Ray Cooney - ein Glanzlicht präsentiert: Schon vier Mal lachten sich bis jetzt jeweils 180 Zuschauer im ausverkauften Pfarrheim schief. Und auch die nächsten beiden Veranstaltungen an diesem Montag, 31. November, sowie am 12. November sind ausverkauft.

Das Stück ist eine turbulente Boulevardkomödie über Bigamie und deren Folgen: Taxifahrer John Smith (Andreas Salm) lebt nach einem exakten Stundenplan mit zwei Ehefrauen , die nichts voneinander wissen, in zwei verschiedenen Wohnungen Londons. Sein Doppelleben funktioniert ganz hervorragend - bis ein Unfall alles durcheinanderbringt.

Der Auftakt war brillant: Mary Smith (Monika Nölke) und Barbara Smith (Jana Scholer) sitzen in ihrer jeweiligen - durch unterschiedlich gemusterte Tapeten erkennbar getrennten - Wohnung und telefonieren mit der Londoner Polizei , um den Ehemann vermisst zu melden. Dass es sich dabei um denselben Mann handelt, wird in den synchron gesprochenen Dialogen schnell deutlich.

Von den Ehefrauen alarmiert, tritt die Polizei in Person der resoluten Inspektorin Troughton (Martina Schäfer) und des begriffsstutzigen Inspektors "Muschi" Porterhouse (Dr. Norbert Fuchs) auf den Plan. Johns Freund Stanley (Christof Kohler) versucht zu helfen und verwickelt sich dabei in chaotische Missverständnisse, während Barbaras super-schräger Nachbar Bobby (Jörg Christmann) und ein Zeitungsreporter (Stefan Bohlander) die Lage noch verschärfen.

Regisseur Andreas Salm hat das Stück gewaltig auf Tempo gebürstet. Die 90 Minuten vergehen wie im Flug, es wird nie zäh, im Gegenteil: Das Publikum schrie sich permanent weg. Und das lag nicht nur an den witzigen Dialogen, sondern vor allem an den Schauspielern: Andreas Salm war gewohnt souverän und in der Mimik unglaublich variabel. Christof Kohler bewahrte selbst in den schlimmsten Situationen eine unfassbare Bärenruhe. Monika Nölke brillierte als genervte und hysterische Ehefrau. Martina Schäfer und Norbert Fuchs überzeichneten den typischen englischen Bobby bis zum Lachkrampf.

Jörg Christmann war so überdreht tuntig, dass er auch ohne Worte zu Lachsalven hinriss, Jana Scholer meisterte ihre erste große Sprechrolle bravourös, und Debütant Stefan Bohlander spielte den Zeitungsreporter so natürlich, weil er diesen Job für die Saarbrücker Zeitung schon lange macht.

Wie begeistert das Publikum war, bewiesen der mehrere Minuten dauernde, stehend vorgebrachte Schlussapplaus und die Bravo-Rufe. Und Christian Mang vom Theaterverein Kleine Bühne Niedersalbach sagte anerkennend: "Das war echt saugut. Das Stück war kurzweilig, mit interessanten Wendungen und einem absolut nicht vorstellbaren Ende. Das Ensemble spielte großartig, allen voran Kohler und Salm."

Zum Thema:

Auf einen Blick Hinter der Bühne: Regie: Andreas Salm. Soufflage: Jessica Leik. Programmheft und Plakat: Stefan Bohlander, Andreas Salm. Maske: Karin Scholer. Bühnenbau und Technik: Manfred Fecht. Bühnen-Inspizientin: Kerstin Münz. dg