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Gewalt in der privaten Pflege
Vortrag: Gewalt in der Pflege durch Überlastung

Heusweiler. „Gewalt in der Pflege“, so heißt ein Vortrag, zu dem der Demenzverein im Köllertal einlädt. Der Termin ist am Donnerstag, 18. Oktober, 15 bis 17 Uhr, im Haus der Begegnung in Heusweiler (Am Markt 8), Referentin ist die Vereinsvorsitzende Anita Lender-Beck.

Der Hintergrund, so wie er in der Ankündigung geschildert wird: „Die allermeisten pflegenden Angehörige haben oft keine Vorstellung davon, wie anstrengend die Pflege Dementer sein kann. Im fortgeschrittenen Stadium braucht so ein Mensch meist rund um die Uhr eine gute Betreuung. Das können die Angehörigen alleine nicht schaffen, sie sind mit der Pflege überlastet und überfordert und wollen dazu noch alles richtig machen; aber wie?“ So könne es passieren, „dass in ganz alltäglichen Situationen, wie beim Waschen und Ankleiden zum Beispiel oder wenn dementiell Erkrankte häufig nicht schlafen können und unablässig durch die Wohnung irren, verzweifelte Angehörige Gewalt anwenden.“


Oft gebe es auch beim Essen Übergriffe auf den Pflegebedürftigen: „Der Pflegende hat Angst, dass sein Angehöriger nicht ausreichend trinkt und isst. Dann ist es nicht selten, dass der Löffel gewaltsam in den Mund gedrückt wird.“

Anita Lender-Beck zitiert den Psychiater und Psychotherapeuten Rolf Dieter Hirsch, der, im Hinblick auf Gewalt in der Pflege, anregte: „Wenn Angehörige Geld vom Staat bekommen, sollten sie künftig aber zu einem Pflegekurs inklusive kontinuierlicher Begleitung verpflichtet werden. Der Kurs muss mindestens zwölf Doppelstunden umfassen. Er sollte pflegenden Angehörigen vor allem vermitteln, ihre Grenzen zu erkennen, damit sie im Krisenfall Profis zu Rate ziehen.“