Geschichte einer Friseurdynastie

Saarbrücken/Heusweiler. Ob waschen, legen, schneiden, föhnen, färben oder Dauerwellen - bereits in dritter Generation kümmert sich die Familie Weiland um die Haarpracht ihrer Mitmenschen

Saarbrücken/Heusweiler. Ob waschen, legen, schneiden, föhnen, färben oder Dauerwellen - bereits in dritter Generation kümmert sich die Familie Weiland um die Haarpracht ihrer Mitmenschen. Was die Großeltern 1929 in Dilsburg begannen und was die Eltern 1959 weiterführten, das setzt Tochter Petra Nill bis heute erfolgreich fort: Bereits seit 25 Jahren ist die Friseurmeisterin Chefin eines Salons in der Saarbrücker Halbergstraße, des Salons Weiland.Es sind der Modellschreiner Erich Weiland und seine Frau Hedi, von Haus aus Schuhverkäuferin, die sich vor 80 Jahren entschließen, im Heusweiler Ortsteil Dilsburg einen Damen- und Herren-Friseurladen zu eröffnen. Sie legen damit den Grundstein einer saarländischen "Friseur-Dynastie". Das notwendige handwerkliche Rüstzeug hatte sich der Schreiner als Aushilfskraft bei einem befreundeten Friseur, seinem Onkel, in Saarbrücken angeeignet. Von dort stammte auch teilweise das erste Inventar fürs neue Geschäft. "Da musste sogar ein umfunktionierter Schrubber als Nackenstütze bei der Nassrasur herhalten", berichtet Petra Nill aus Erzählungen im Familienkreis. Damals habe es im Friseursalon auch noch Rasuren zweiter Klasse gegeben - wenn beispielsweise Handtücher benutzt wurden, die zuvor schon einmal das Gesicht anderer Kunden getrocknet hatten. "Es müssen interessante Zeiten gewesen sein", meint die 55-Jährige, die mit großer Aufmerksamkeit in den Familienalben blättert. Der Salon Hedi Weiland in Dilsburg lief letztlich so gut an, dass man ein zweites Geschäft in der Saarbrücker Moltkestraße eröffnete. 1949 bauen sie ein ausgebombtes Haus in der Halbergstraße wieder auf, natürlich mit einem Friseursalon. 1959 ist es dann Sohn Lothar Weiland, der in die Fußstapfen der Eltern tritt. Lothar und seine Frau Hannelore Weiland schaffen es in den 50er Jahren bis zu Stadt- und Saarlandmeister-Ehren im Frisieren. Sie gehören als Vorstandsmitglieder auch einem Zusammenschluss internationaler Friseure an, dem Comité de la Coiffure Paris. 1984, vor 25 Jahren, übernimmt Tochter Petra das Geschäft und setzt die Familientradition fort. Heute mit Unterstützung zweier Mitarbeiterinnen. "Für mich kam eigentlich kein anderer Beruf in Frage", erinnert sich die Friseurin, die seit 30 Jahren ihren Meisterbrief in der Tasche hat. Es sind vor allem die Kundenkontakte, die Petra Nill an ihrem Beruf so schätzt. Und da in der Frisuren-Mode auch ständig Neues gefragt sei, werde es bestimmt nicht langweilig. Seit zwei Jahren beherbergt der Friseursalon auch ein Nagelstudio.

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