Der EVS und der Grünschnitt: Gemischte Gefühle im Heusweiler Gemeinderat

Der EVS und der Grünschnitt : Gemischte Gefühle im Heusweiler Gemeinderat

Wirtschaftsplan des Entsorgungsverbandes erfreute, dessen Grünschnitt-Pläne weniger.

Der Wirtschaftsplan des Entsorgungsverbandes Saar (EVS) wird auch den beteiligten Kommunen zur Beratung vorgelegt. Am Donnerstagabend befasste sich der Heusweiler Gemeinderat mit dem EVS-Plan 2018. „Es gibt erfreuliche Ergebnisse“, sagte Bürgermeister Thomas Redelberger (CDU). So rechnet der EVS im kommenden Jahr im Bereich Abfallwirtschaft mit einem Jahresüberschuss in Höhe von rund 6,6 Millionen Euro und im Bereich Abwasserwirtschaft mit einem Überschuss in Höhe von 5,7 Millionen Euro. Außerdem werde der EVS im Wirtschaftsjahr 2018 in beiden Bereichen erstmalig wieder Eigenkapital aufbauen können. Und was für den Bürger wohl am wichtigsten ist: Im Bereich Abwasserwirtschaft wird der Verbandsbeitrag auch im kommenden Jahr gleich bleiben (3,054 Euro pro Kubikmeter Frischwasser).

Redelberger sprach aber auch das Thema Grünschnittentsorgung an, das landesweit für Diskussionen sorgt („Hintergrund“): „Wie Riegelsberg haben wir die Option für 2020 gezogen, weil wir eine Zeit brauchen, um unsere Kompostieranlage zu ertüchtigen.“ Durch diese Verschiebung auf 2020 werde Heusweiler jedoch von den Erfahrungen der 31 anderen Kommunen profitieren können, die ihren Grünschnitt schon ab 2018 vom EVS entsorgen lassen, hofft Redelberger.

Kritik an den Grünschnitt-Plänen des EVS gab es reichlich. So plädierten Hans-Kurt Hill (Linke) und Reiner Zimmer (SPD) für das Verursacherprinzip. „Wer bestellt, bezahlt“, sagte Hill. Will heißen: Wenn der EVS diese Änderungen bei der Grünschnittabfuhr plant und umsetzt, soll er auch die dadurch entstehenden Mehrkosten selbst tragen. Und Ulrich Krebs (FDP) sagte: „Das Konstrukt, die Transportkosten für Grünschnitt über die Graue Tonne abzurechnen, halte ich für rechtlich fragwürdig.“

Anders Fritz Michaelis (CDU): „Wir warten gelassen ab und lassen das jetzt mal anlaufen. Dann werden wir ja sehen, wie es sich bei den 31 anderen Kommunen im nächsten Jahr entwickelt.“ Und auch Bürgermeister Redelberger riet zum Abwarten: „Wir diskutieren jetzt über etwas, das erst 2019 diskutiert werden muss. Heute geht es nur um den Wirtschaftsplan 2018 des EVS.“

Für diesen Wirtschaftsplan jedenfalls gab es viel Lob. So sagte Hill: „Die Entwicklung des EVS in den letzten Jahren ist sehr positiv.“ Auch hierzu hatte Krebs eine andere Meinung: „Ich kann mich dem allgemeinen Loblied auf den EVS nicht anschließen.“ Selbst wenn die Müllgebühren in den vergangenen Jahren stabil geblieben seien, müsse man in Rechnung stellen, dass gerade mit dem – laut Krebs – „sehr stark überteuerten Vertrag mit der Müllverbrennungsanlage Neunkirchen“ die Gebühren in den vergangenen Jahren deutlich zu hoch gewesen seien. „Ich stelle auch in Frage, ob der EVS ein Millionen teures neues Verwaltungsgebäude braucht“, sagte Krebs.

Letztlich beauftragte der Gemeinderat Bürgermeister Redelberger mehrheitlich, dem EVS-Wirtschaftsplan 2018 in der nächsten Verbandsversammlung des EVS zuzustimmen. FDP, UBH und NÖL stimmten dagegen.

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