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Porträt
Croupier, Gastronom und Meisterkoch

 Peter Savelkouls bewirtschaftet den  Golfclub Katharinenhof bei Gersheim und das  Schnapsheisje in Eiweiler. 
Peter Savelkouls bewirtschaftet den Golfclub Katharinenhof bei Gersheim und das Schnapsheisje in Eiweiler.  FOTO: Iris Maria Maurer
Heusweiler. Peter Savelkouls hat ein vielseitiges Berufsleben hinter sich. Er selbst geht gern in Lokale, die eher Geheimtipps sind. Von Alexander Manderscheid

Savelkouls ist ein holländischer Name, aber Peter Savelkouls ist ein geborener Saarländer. 53 Jahre ist er jetzt alt und hat schon einiges erlebt von dem, was sein Beruf ihm bieten kann. Savelkouls ist Gastronom und Meisterkoch, und das hat er von der Pieke auf gelernt. Weil er auch Croupier war, kam er 1998 dazu, zunächst die Bar der Spielbank in Saarbrücken zu übernehmen, 2000 dann auch noch die Bel Etage und das Bistro. Aber das ist Vergangenheit. Im Oktober 2017 schied er dann aus der Spielbank aus.


Wer heute von Savelkouls bewirtet werden will, muss Nebenstraßen fahren – durch kleine Ortschaften, vorbei an Schildern, auf denen Leute gegen den Schwerlastverkehr in ihren schmalen Straßen wettern, die nur zum Katharinenhof bei Gersheim führen, wenn man die richtigen Abfahrten kennt. Dort im Bliesgau führt Savelkouls offiziell das Restaurant auf der Golfanlage – etwas versteckt wie auch das Schnapsheisje im Köllertal, dass die meisten Leute im Regionalverband vielleicht ein Stückchen besser kennen: „Von der Autobahn ab, an der Sparkasse rechts und unter einer alten Brücke durch“, Savelkouls zeigt mit der Hand Richtungen in die Luft. Diese Winkel genießt er schon sehr: „Ich bin auch so jemand, der gern versteckte Läden sucht“, meint er über sich als Gast, „die sind dann eben auch Geheimtipps.“

Das Schnapsheisje hat Savelkouls Anfang 2016 gepachtet, das Heringsessen damals war die erste Veranstaltung. Savelkouls, heute 53 Jahre alt, hatte vorher schon einen alten Bauernhof von 1688 im Ort bezogen und ist vom Obst- und Gartenbauverein gefragt worden, ob er denn nicht möchte, nun ja, aus dem Schnapsheisje, das damals das locker geführte Vereinsheim des OGV war, etwas Ordentliches zu machen. Damals gab es in dem Dorf mit 2600 Einwohnern nichts, wo man hingehen konnte. Keine Kneipe, nichts. „Auch für mich war es problematisch, jemanden in Eiweiler kennenzulernen, weil es da definitiv keinen Treffpunkt gab“, sagt Savelkouls, der sonst mit Namen von Bekannten um sich werfen kann, dass es einem schwindlig wird. Aber dann sorgte eben er selbst mit seinem neuen Betrieb und einem Invest von rund 20 000 Euro für das, was dort hinter der alten Brücke jetzt ist: das Schnapsheisje – übrigens ein Ausbildungsbetrieb – mit Flammkuchen und vielen Konzerten. Zum ersten davon kamen gleich 150 Leute.



Aber damit ist jetzt wohl Sperrstunde für immer, wenn nicht noch von Seiten der Politik was passiert, sagt Savelkouls. Da glaubt er aber nicht dran und stellt fest: „Das Schnapsheisje wird jetzt sterben.“ Seit geraumer Zeit beschwert sich ein Nachbar über Lärm, der vom Schnapsheisje ausgehen soll. Zwölfmal sei die Polizei da gewesen, sagt Savelkouls dazu, und zwölfmal habe sie gesagt, dass es keinen Lärm gebe. Die Entschlossenheit des Nachbarn ging aber so weit, dass der Obst- und Gartenbauverein jetzt ein Lärmgutachten aus eigener Tasche erstellen muss. Savelkouls und seine Leute rechnen mit Kosten von 3000 bis 10 000 Euro dafür, was ein OGV nicht stemmen kann. Ende Gelände. Da half auch eine Unterschriftensammlung von Schnapsheisje-Fans nichts mehr. „Ab 1. April wird es dann in Eiweiler wieder nichts mehr geben“, wenn sich denn nichts ändert.

Savelkouls will dann auch nichts mehr Neues machen. Nur noch der Katharinenhof bei Gersheim soll dann noch unter seiner Regie laufen, sagt Savelkouls, der dann dem ständigen Wechseln zwischen dem Rustikalen in Eiweiler und dem Schnieken des Golfclubs vielleicht ein wenig nachhängen wird. Aber dafür hat er ja auch noch seine Reisen, die ihn zum Beispiel in die Dordogne führen, wo er dann nach Trüffeln sucht oder nach Wein. Mit Golf selbst hat er weniger am Hut: „Ich bin eher der Minigolfer – um ein Cornetto Nuss.“