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Heusweiler muss gegen RC Merken punkten: Für den AC geht die Runde erst richtig los

Heusweiler muss gegen RC Merken punkten : Für den AC geht die Runde erst richtig los

Der Ringer-Bundesligist Heusweiler hat noch keinen Zähler auf seinem Konto. An diesem Samstag um 19.30 Uhr ist der RC Merken zu Gast. Die Saarländer müssen punkten, um ihr Ziel Achtelfinal-Teilnahme erreichen zu können.

Ein Viertel der Saison ist vorüber– der Verein hat keinen Punkt. Eine Situation, die im Fußball den Arbeitsplatz des Trainers auf das Schlimmste gefährden würde. Nicht so im Ringen. Und schon gar nicht beim AC Heusweiler. „Auf diese Idee ist bei uns noch niemand gekommen“, sagt der Vorsitzende Bernd Weiland – und lacht laut. Dann ergänzt er: „Cacan Cakmak gehört hier zum Inventar. Eine Trainerfrage gibt es bei uns nicht.“ Auch nicht vor dem Heimkampf an diesem Samstag um 19.30 Uhr in der Halle der Realschule gegen den RC Merken, der zwei Punkte hat.

Drei Kämpfe, drei Niederlagen. Das ist die Bilanz des AC Heusweiler in der neuen Bundesliga. „Wir ringen um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft, aber so ein Kampfabend ist am Ende die Addition von Einzelergebnissen. Anders als im Fußball kann der Trainer nicht mit irgendwelchen taktischen Maßnahmen eingreifen“, erklärt Weiland: „Wir haben den kleinsten Etat der Bundesligisten. Auch wenn uns die Ergebnisse nicht befriedigen: Solange unsere Sportler an ihre Leistungsgrenzen gehen, sind wir zufrieden.“

Fünf von zehn Kämpfen hat die Heusweiler Riege zum Saisonauftakt im Saarderby gegen den ASV Hüttigweiler (12:16) gewonnen – und die Addition im Mannschaftsergebnis doch verloren. Im Lokalderby gegen Titelfavorit KSV Köllerbach (7:20) holte Heusweiler drei Einzel-Siege, bei der 10:18-Niederlage beim TV Aachen-Walheim waren es vier. Der Ehrgeiz von Trainer und Sportlern ist trotz der Misere ungebrochen. „Wir sind in jedem Kampf der Außenseiter, auch der RC Merken hat sich gut verstärkt. Aber am Samstag müssen in unserer Halle die ersten Punkte her“, sagt Cakmak.

Ein Merkener ist im Saarland kein Unbekannter. Andrei Dukov ging vergangene Saison für Köllerbach auf die Matte. Er hatte dem KSV in den Vertragsgesprächen für die laufende Runde abgesagt, weil er kein Gewicht mehr machen wollte. Für Merken startet der Freistil-Spezialist aber trotzdem in der untersten Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm.

Einer, der wohl auch ein Angebot des KV Merken vorliegen hatte, ist Sebastian Janowski. Doch der Kapitän entschied sich für den AC Heusweiler. „Ich war schon in Klarenthal, Spiesen und Riegelsberg. Heusweiler gefällt mir einfach“, sagt der 25-Jährige, „es ist einfach familiär. Jeder hilft jedem“. Am vergangenen Dienstag hat Janowski, den alle Seppo nennen, eine besondere Trainingseinheit absolviert. „Ich habe mich mit Jan Fischer getroffen, der ja auch immer an der Sportschule in Saarbrücken trainiert“, erzählt Janowski von der gemeinsamen Einheit der Greco-Spezialisten in der Klasse bis 86 Kilogramm: „Es ist natürlich klasse, mit einem so starken Partner trainieren zu können.“

Der Ex-Köllerbacher Fischer startet an diesem Samstag um 19.30 Uhr mit seinem neuen Club SV Weingarten in die neue Profi-Liga. Gegner ist der VfK Schifferstadt. Für Heusweiler geht es in der Bundesliga um Zähler zum Erreichen des Achtelfinales. „Jeder Punkt zählt. Für uns geht die Runde am Samstag richtig los“, sagt Janowski. Der in Dudweiler geborene Sohn polnischer Eltern macht sich immer im Fußball-Nationaltrikot der alten Heimat warm. Trainerwechsel wie im Fußball lehnt der Ringer ab. „Cacan ist ein unglaublich lustiger Mensch. Er hat immer das richtige Gespür zwischen Spaß und Ernst. Und er kann toll motivieren“, sagt Janowski.