Franz-Josef Sinnwell aus Heusweiler ist gerne Schiedsrichter

Menschen im Regionalverband : Mit 80 Jahren ist er gerne Schiedsrichter

Franz-Josef Sinnwell aus Heusweiler macht trotz einiger schlimmer Erfahrungen weiter, weil er den Fußball liebt.

  Franz-Josef Sinnwell sieht man seine 80 Jahre nicht an. Der Sport hat ihn jung gehalten. Sinnwell – von allen nur „Sepp“ genannt – wurde am 30. Juli 1939 in Heusweiler geboren und wohnt dort immer noch. Der pensionierte Lehrschweißer ist seit 1964 verheiratet, hat drei Kinder und fünf Enkelkinder. Mit dem Fußballspielen begann er beim VfB Heusweiler, kickte dann bei der DJK Heusweiler und DJK Püttlingen, ehe er wieder zum VfB zurückkehrte. Nach seiner Aktivenzeit spielte der  Mittelstürmer und Torjäger noch in der AH des VfB und wurde 1984 eher durch Zufall Schiedsrichter. Sein Sohn Michael wollte Schiedsrichter werden und musste die dafür notwendigen Lehrgänge in Burbach, im Restaurant Anthes-Neumüller, besuchen. Da Michael Sinnwell noch keine 18 war, musste der Papa ihn fahren. Weil der Vater sowieso auf den Sohn warten musste, bis der Lehrgang zu Ende war, entschied er sich dafür, die Schulungen mitzumachen. „Mein Sohn hörte bald wieder auf, er hatte keine Lust, ständig von Zuschauern beschimpft zu werden. Mir macht sowas aber nichts aus, und so bin ich seit 35 Jahren Schiedsrichter“, schmunzelt Sinnwell. Er betont, dass aus einem Zufall eine Leidenschaft wurde. „Ich mach das unheimlich gerne, weil ich dem Fußball verbunden bin, Sport treiben und mich bewegen kann und viel mit Leuten zusammenkomme“, sagt er. Sinnwell pfiff anfangs für den VfB Heusweiler, schloss sich dann vor rund 20 Jahren dem SC Falscheid an, dessen Vorsitzender sein Sohn Michael geworden war.

Bei den Männern hat Sinnwell Spiele bis zur Bezirksliga gepfiffen, natürlich auch Jugend-, Frauen, Alte Herren (AH)- und Hobbymannschaftspiele. „Ich weiß nicht, wie viele Spiele ich gepfiffen habe, aber ich bin so gut wie jedes Wochenende unterwegs“, erzählt er. Auch heute noch, wie am vergangenen Wochenende bei der Begegnung DJK Püttlingen II gegen ATSV Saarbrücken II. Sinnwell bezeichnet sich selbst als strengen Schiedsrichter, der aber auch immer Kamerad der Spieler sein will. Wie beurteilt er die aktuellen Geschehnisse auf den Sportplätzen, wo immer öfter Schiedsrichter – auch körperlich – attackiert werden? „Das ist mir auch schon passiert“, sagt er. So wurde Sinnwell schon bespuckt, und einmal wurde ihm sogar Glühwein ins Gesicht geschüttet. „Ich kann das nicht nachvollziehen, warum das oft so ausartet. Wenn ein Spieler meine Entscheidungen kritisiert, sag ich immer ‚Was soll das? Ich kritisiere doch auch nicht, wenn du einen Fehlpass spielst‘“.

Den jüngsten Schiedsrichterstreik findet er nicht gut. „Dadurch wurden auch Vereine bestraft, die sich nie etwas zu Schulden kommen lassen“, sagt Sinnwell. Er wünscht sich mehr Betreuung. „Die Vereine sollten Platzwarte und Aufsichtspersonen bereitstellen, die den Schiedsrichter unterstützen.“ Dennoch denkt er nicht ans Aufhören: „Ich mache so lange weiter, wie meine Gesundheit es zulässt und man mich braucht.“

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